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  • Rote Khmer – Wikipedia

    Die Roten Khmer (franz. Khmers rouges) waren eine Guerillatruppe, die 1975 in Kambodscha an die Macht kam und durch besondere Grausamkeit weltweite Bekanntheit erlangten.

  • Rote-Khmer-Tribunal – Wikipedia

    Das Rote-Khmer-Tribunal (auch: Khmer-Rouge-Tribunal) ist ein hybrider Strafgerichtshof nach dem Vorbild des ICTY in Den Haag und des ICTR in Arusha, das die im Zeitraum von 1975 ...

  • Erstmals Rote-Khmer-Führer vor Gericht | tagesschau.de

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Rote Khmer

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Abtrünnige Guerillas der Roten KhmerAbtrünnige Guerillas der Roten Khmer

Rote Khmer (französisch Khmer rouge), maoistisch bzw. nationalistisch geprägte Guerillabewegung in Kambodscha, verantwortlich für den Massenmord an über zwei Millionen Kambodschanern.

1963 gründete der damals als Lehrer tätige Pol Pot (eigentlich Saloth Sar) die Bewegung und formierte damit eine Opposition gegen den kambodschanischen Prinzen Norodom Sihanouk. Dieser wurde jedoch 1970 von General Lon Nol gestürzt, der die Unterstützung der USA besaß; während des Vietnamkrieges erhofften sich die USA von Lon Nol ein schärferes Vorgehen gegen Vietcong und Rote Khmer. Trotz massiver militärischer Unterstützung durch die USA wurde 1975 das Lon-Nol-Regime von den Roten Khmer besiegt. In der Folgezeit übten die Sieger fürchterlich Rache an Monarchisten und Anhängern des Lon-Nol-Regimes und etablierten eine blutige Schreckensherrschaft, deren Ziel die Schaffung eines Bauernstaates war. Hoch geschätzt wurde ausschließlich die (Hand-)Arbeit in der Landwirtschaft; in diesem Zusammenhang wurde die Bevölkerung aus den Städten gewaltsam verjagt. Die nichtbäuerliche Bevölkerung unterlag generell dem Verdacht, dem nationalen Aufbauprogramm im Wege zu stehen. Insbesondere Intellektuelle galten per se als unzuverlässig. Der Terror wurde jedoch nicht von allen Khmer-Anhängern mitgetragen; Teile der Bewegung spalteten sich ab. 1976 wurde Pol Pot Premierminister und regierte bis 1979; seine Regierung wurde von den Vereinten Nationen anerkannt. Außenpolitisch verfolgte die Regierung einen antivietnamesischen Kurs. Der nationale Gedanke war in beiden Ländern stärker als ideologische Gemeinsamkeiten.

1978/79 nutzte Vietnam die Situation zu einer nationalistisch motivierten Expansion und intervenierte im Nachbarland, worauf die Roten Khmer sich an die Grenze zu Thailand zurückzogen. Mit Unterstützung Chinas, Thailands und nicht zuletzt der USA führten die Roten Khmer einen Guerillakrieg gegen das neue kambodschanische Regime unter Hun Sen, das von Vietnam und der Sowjetunion unterstützt wurde. Hun Sen war zuvor Mitglied der Roten Khmer gewesen, hatte sich aber später mit seinen Anhängern auf die Seite der Vietnamesen geschlagen. 1989 zog Vietnam seine Truppen wieder ab: Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Roten Khmer setzten sich fort, wobei keine der beiden Seiten die Oberhand erlangen konnte. 1990 beteiligten sich die Roten Khmer zunächst an einem internationalen Friedensplan unter direkter UNO-Kontrolle, wurden jedoch nach der Wiedereinführung der Monarchie 1993 im Jahr darauf verboten und mit Unterstützung der USA weiter militärisch bekämpft.

Spätestens seit Beginn der neunziger Jahre befand sich die Guerillabewegung der Roten Khmer im Niedergang. Zahlreiche Mitglieder gaben den bewaffneten Kampf auf oder wechselten die Seiten. Dennoch hemmte der andauernde Bürgerkrieg den Wiederaufbau des Landes. 1998 starb Pol Pot, der zuletzt sogar in den eigenen Reihen isoliert war. Versprengte Reste der Roten Khmer führten aus dem Dschungel den Kampf weiter, stellten aber keinen Machtfaktor mehr dar.

Am 4. Dezember 1998 erklärten die letzten noch kampffähigen Einheiten der Roten Khmer ihre Kapitulation; drei Wochen später stellten sich zwei der drei noch verbliebenen Führer der Roten Khmer: der nominelle Führer Khieu Samphan und der Chefideologe Nuon Chea, die beide maßgeblich an dem Terrorregime Pol Pots in den siebziger Jahren beteiligt gewesen waren. Im Februar 1999 wurden die letzten etwa 1 700 Kämpfer der Roten Khmer in die kambodschanische Armee eingegliedert und der Bürgerkrieg mit den Roten Khmer offiziell für beendet erklärt. Wenig später wurde schließlich noch der letzte Khmer-Führer, der militärische Oberbefehlshaber Ta Mok (genannt „der Schlächter”), verhaftet. Khieu Samphan und Nuon Chea dagegen wurden amnestiert.

Nachdem die Roten Khmer de facto aufgelöst und ihre verbliebenen Führer in Gewahrsam genommen waren, stellte sich die Frage nach der Art und Weise der Aufarbeitung der Terrorherrschaft der Roten Khmer: Während die Vereinten Nationen für die Errichtung eines internationalen Tribunals plädierten, vor dem sich die ehemaligen Khmer-Führer für die etwa zwei Millionen Toten ihrer Terrorherrschaft verantworten sollten, lehnte die kambodschanische Regierung unter Hun Sen – selbst einmal Kommandeur der Roten Khmer – eine Aufarbeitung der Vergangenheit zunächst ganz ab, sagte dann aber zu, die Verantwortlichen in Kambodscha vor ein nationales Gericht zu stellen. Nach langwierigen Verhandlungen einigten sich die Vereinten Nationen und die kambodschanische Regierung im Juni 2003 auf eine Konsenslösung: ein in Phnom Penh angesiedeltes Rote-Khmer-Sondergericht, offiziell Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia (ECCC) genannt, das sich mehrheitlich aus kambodschanischen Richtern zusammensetzt, in dem aber die nicht kambodschanischen, von den Vereinten Nationen gestellten Richter über ein Vetorecht gegen ihrer Auffassung nach unangemessene Urteile verfügen. Menschenrechtsorganisationen befürchteten, dass diese Vereinbarung nicht zwingend Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Objektivität des Gerichts gewährleiste. Nachdem im Juli 2006 17 kambodschanische und zehn ausländische Richter vereidigt worden waren und man sich schließlich auch noch auf eine Verfahrensordnung geeinigt hatte, konnte das Tribunal im Juli 2007 formell seine Arbeit aufnehmen. Als erster Angeklagter hatte sich Kang Kek Leu, bekannt unter dem Namen Duch, dem Gericht zu stellen; ihm wurde vorgeworfen, als Leiter eines Gefängnisses in den Jahren 1975 bis 1979 für die Folterung und Ermordung von mindestens 15 000 Menschen verantwortlich gewesen zu sein. Außerdem wurden Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen weitere vier ranghohe Rote-Khmer-Mitglieder – die letzten Überlebenden aus der Führungsriege des Regimes – vorbereitet: gegen Nuon Chea und Khieu Samphan sowie gegen Ieng Sary und seine Frau Ieng Thirith, Außenminister und Sozialministerin des Regimes. Sie alle wurden zwischen September und November 2007 verhaftet; bis dahin hatten sie völlig unbehelligt in Kambodscha gelebt. Ta Mok, eine weitere Schlüsselfigur des Rote-Khmer-Regimes, war im Juli 2006 gestorben und konnte nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden.

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