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Windows Live® Suchergebnisse TourismusEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Formen des Tourismus; Geschichte des Tourismus; Internationaler Tourismus; Tourismus in Deutschland; Bedeutung und Auswirkungen des Tourismus
Tourismus (von französisch tour: Rundfahrt, Reise), das Reisen und die damit zusammenhängenden Erscheinungen. Unter touristischem Reisen wird jede vorübergehende Mobilität von Personen außerhalb ihres hauptsächlichen und dauernden Wohn- oder Arbeitsortes verstanden. Ein Tourist kehrt nach seiner Reise zu seinem normalen Wohnort zurück. Neben dieser Definition existieren zahlreiche andere, die versuchen, dem komplexen Phänomen des Tourismus gerecht zu werden. Ähnliche Begriffe, die teilweise synonym, teilweise in unterschiedlicher Bedeutung verwendet werden, sind Reiseverkehr und Fremdenverkehr.
Es gibt zahlreiche Klassifikationen des Tourismus. So werden in Statistiken Tagesreisen ohne auswärtige Übernachtung (z. B. von Ausflüglern) von längeren Reisen mit auswärtigen Übernachtungen getrennt. Die World Tourism Organization (WTO) zählt nur Reisen mit mindestens einer auswärtigen Übernachtung zu den touristischen Reisen. Unterschieden werden weiter Freizeit- und Geschäftsreisen. Die WTO zählt jene Geschäftsreisende zu den Touristen, die in ihrem Heimatland, nicht aber im Gastland bezahlt werden. Weitere häufig gebrauchte Kategorien sind: nationaler und internationaler Tourismus bzw. Inlands- und Auslandstourismus, Massen- und Individualtourismus, Naherholung und Ferntourismus sowie Sommer- und Wintertourismus. Gründe für touristische Reisen können u. a. Urlaub, Erholung, Sport, Bildung, Besuche von Verwandten oder Freunden, Dienst- und Geschäftsbesuche, Kongresse und Tagungen, Wellness, Bäderaufenthalte und Kuren sowie Pilgerfahrten sein.
Reisen im Allgemeinen ist ein sehr altes Phänomen. Zu den ältesten Reisearten mit Massencharakter gehören z. B. Pilgerreisen. Daneben waren vereinzelt Handelsreisende, Reisende mit politischem Auftrag und Entdeckungsreisende wie Marco Polo unterwegs. Im Unterschied zu den meisten touristischen Reisen waren diese Fahrten Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck. Das Reisen im heutigen, touristischen Sinn entwickelte sich erst in der Neuzeit. Es blieb lange Zeit Vertretern einer feudalen und großbürgerlichen Oberschicht vorbehalten. Beliebt war beispielsweise die Grand Tour wohlhabender Briten als Bildungsreise durch Frankreich oder Deutschland nach Italien. Der Tourismus im Sinn einer Erholungsreise hat sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, Transportmittel waren vor allem die Eisenbahn und das Schiff, Ziele z. B. die aufstrebenden Seebäder. Die erste Pauschalreise veranstaltete 1841 Thomas Cook mit 570 Teilnehmern. Der moderne Massentourismus entwickelte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zögerlich, als Reisemittel kam das Auto (siehe Kraftfahrzeug) hinzu. Seit dem 2. Weltkrieg ist der Tourismus zu einem Wirtschaftszweig mit rasanten Wachstumsraten geworden. Zahlreiche Reiseveranstalter und Tourismuskonzerne entstanden, und Flugreisen wurden auch für die Mittelschichten erschwinglich. Der heutige Tourismus ist hochgradig spezialisiert und diversifiziert.
Heutige statistische Angaben beziehen sich meist auf gezählte und geschätzte Erhebungen der WTO. Diese wertet nicht Touristen, sondern Ankünfte grenzüberschreitender Touristen, vor allem an Grenzübergängen oder in Hotels. Für 1950 gibt die WTO weltweit etwa 25 Millionen Ankünfte und Einnahmen durch Tourismus von etwa zwei Milliarden US-Dollar an. Bis Ende 2005 waren diese Zahlen auf rund 806 Millionen Ankünfte und 680 Milliarden US-Dollar gestiegen. Für 2020 prognostiziert die WTO weltweit 1,6 Milliarden grenzüberschreitende Ankünfte. Die Staaten mit den meisten einreisenden ausländischen Touristen waren im Jahr 2005 Frankreich (76,0 Millionen), Spanien (55,6 Millionen) und die USA (49,4 Millionen), auf dem 8. Rang folgte Deutschland (21,5 Millionen). Unter den Kontinenten verzeichnet Europa mit 54 Prozent die höchsten Anteile ausländischer Touristen und mit 51 Prozent die höchsten Anteile der Einnahmen durch Tourismus. Zuwächse erzielen vor allem der asiatische und pazifische Raum. Mit einem Anteil von 60 Prozent kommen die meisten internationalen Touristen aus Europa. Die Staaten, aus denen die meisten Touristen anreisen, sind die USA, Deutschland und Großbritannien mit zusammen etwa 30 Prozent der internationalen Reiseausgaben. Nur etwa 6 Prozent der Weltbevölkerung kann es sich finanziell leisten, am internationalen Tourismus teilzunehmen.
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