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Vereinigungskirche

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Massentrauung der Mun-SekteMassentrauung der Mun-Sekte

Vereinigungskirche, in vollem Wortlaut Holy Spirit Association for the Unification of World Christianity (Gesellschaft zur Vereinigung des Weltchristentums), Bezeichnung für eine neureligiös-synkretistische Sekte, deren Wurzeln im koreanischen Konfuzianismus und im Christentum liegen.

Die auch als Mun-Kirche bezeichnete religiöse Bewegung wurde 1954 in Südkorea gegründet und nach ihrem Begründer San Myung Mun benannt. Mun war zunächst Presbyterianer, wurde jedoch 1948, nachdem er seine eigenen Lehren predigte, exkommuniziert. Er floh von Nordkorea nach Südkorea, wo er 1954 die Vereinigungskirche gründete. 1955 wurde Mun in Südkorea verhaftet und wegen Freiheitsberaubung und sexueller Nötigung angeklagt.

In seinem Buch The Divine Principle (1952, Göttliche Prinzipien), das er nach eingehenden Studien der Bibel, des alten koreanischen Schamanismus und der chinesischen Tai-chi-Lehre niederschrieb, legte Mun sein Ziel einer vollkommenen, sündlosen und vereinigten Welt unter der Herrschaft der Mun-Familie dar. Der Vorgänger dieses Reiches war Jesus Christus, der aufgrund seiner Kreuzigung das verkündete Werk nicht durch Eheschließung und Zeugung vollenden konnte. Mun und seine Ehefrau würden jedoch das Ziel Christi verwirklichen und die Welt von dem satanischen Kommunismus befreien. Der Mun-Kirche gehören in Korea und Japan zahlreiche Wirtschaftsunternehmen sowie soziale, politische und kulturell ausgerichtete Organisationen an. 1982 wurde Mun in den Vereinigten Staaten wegen Steuerhinterziehung zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe trat er 1984 an. Die Mitglieder der Mun-Kirche geben Beruf, Familie und Privatbesitz auf und leben mit anderen Mun-Geschwistern in Gütergemeinschaft zusammen.

Seit 1961 werden Massenhochzeiten durchgeführt, wobei die größte Massentrauung 1995 stattfand, als sich 35 000 Paare im Olympiastadion der sükoreanischen Hauptstadt Seoul vermählten.

Noch Anfang der achtziger Jahre galt die Vereinigungskirche als Jugendreligion. Die Mun-Sekte ist eine der weltweiten Bewegungen, die unter verschiedenen Namen offen und verdeckt versucht, politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu nehmen. Sie ist streng hierarchisch organisiert; Freiheits- und Persönlichkeitsrechte der Mitglieder werden missachtet. Austrittswillige Mitglieder werden massiv bedroht. Die größten Chancen aus der Vereinigungsbewegung auszusteigen, haben diejenigen Mitglieder, deren Eltern oder Freunde auch gegen den Widerstand der Gruppe die Kontakte aufrechterhalten.

Die langfristige Strategie Muns zielt daher auf eine Imageverbesserung, um so sein Ziel der Schaffung einer weltweiten Theokratie unter seiner Führung, d. h. die Aufhebung der Trennung zwischen Kirche und Staat, zu erreichen. Mit zahlreichen Konferenzen und Vorfeldorganisationen gelang es ihm in den neunziger Jahren vor allem in konservativen Kreisen Berührungsängste abzubauen. Schwerpunkt der Missionstätigkeit sind seit Mitte der neunziger Jahre die Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Zu dieser Zeit war die Vereinigungskirche in mehr als 130 Ländern tätig. Ihre Mitgliederzahl wurde 1998 weltweit auf mehr als drei Millionen geschätzt.

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