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  • Braunbär im Natur Lexikon

    Eine bebilderte Beschreibung des Braunbär im Natur-Lexikon. Dieser Text enthält alle wichtigen Informationen zu dem Braunbär. Der Braunbär ist hervorragend bebbildert.

  • Braunbär – Wikipedia

    Der Braunbär (Ursus arctos) ist eine Säugetierart aus der Familie der Bären (Ursidae). Er kommt in mehreren Unterarten – darunter Europäischer Braunbär (U. a. arctos), ...

  • Braunbaer

    wissenschaftlicher Name: <i>Ursus arctos</i>. Der Braunbär gehört zur Gattung der Echten Bären.

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Braunbär

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Europäischer BraunbärEuropäischer Braunbär

Braunbär, ursprünglich zirkumpolar auf der Nordhalbkugel verbreitete Großbärenart mit vielen Unterarten. Das Verbreitungsgebiet der eurasischen Unterarten erstreckt sich von Norwegen bis zur Halbinsel Kamtschatka und im Süden bis nach Griechenland und in den Irak.

Der Braunbär ist mit dem Eisbären nahe verwandt; die beiden Arten sind die größten heute lebenden Landraubtiere. Wie alle Großbären sind Braunbären Sohlengänger. An den Vorderpfoten besitzen sie fünf lange Krallen, die zum Graben geeignet sind. Die Fellfärbung variiert je nach Verbreitung von hell- bis dunkelbraun und von grau bis schwarz.

Die in Europa verbreitete Unterart wird Europäischer Braunbär genannt. An der Küste Alaskas und auf der Insel Kodiak lebt die größte Unterart, der Kodiakbär. Kodiakbären sind einheitlich braun und besitzen in der Regel eine „Halskrause” aus verlängerten Haaren, die den Kopf größer erscheinen lässt. Eine weitere nordamerikanische Unterart ist der Grizzly. Braunbären erreichen Kopfrumpflängen von bis zu 2,8 Metern; Größe und Gewicht variieren je nach Unterart und Verbreitungsgebiet beträchtlich. Die Männchen des Kodiakbären können bis zu 780 Kilogramm wiegen, während Grizzlybären deutlich kleiner sind.

Braunbären sind relativ ortstreue Einzelgänger. Während der Fortpflanzungszeit (von Mai bis Juni) sind Männchen und Weibchen gemeinsam anzutreffen. Familiengruppen aus einem Weibchen mit seinen Jungen können zwei bis drei Jahre zusammenbleiben. Bei Bedrohung warnen Braunbären durch Schnauben, und mit ihren Zähnen erzeugen sie knirschende oder klappernde Geräusche. Sie meiden fast immer Begegnungen mit Menschen.

Braunbären leben in Mischwäldern, offenen Ebenen und Tundren. Den Winter verbringen sie in einer Art Winterschlaf in Höhlen. Während dieser Zeit sinkt ihre Körpertemperatur allerdings nur um etwa 5 °C (bei anderen Winterschläfern kann sie fast bis zum Gefrierpunkt sinken), Atmung und Herzfrequenz sind herabgesetzt. Die Tiere leben in dieser Zeit ausschließlich von ihren Fettvorräten. Im Sommerhalbjahr ernähren sich Braunbären u. a. von Pflanzen, Fischen, Beeren, Aas, bodenbrütenden Vögeln und Säugetieren.

Die Tragzeit beträgt sechs bis neun Monate. Ein normaler Wurf besteht aus zwei Jungtieren, die etwa eineinhalb Jahre gesäugt werden. Braunbären können sich bis zu einem Alter von 30 Jahren fortpflanzen, doch erreichen nur wenige ein Lebensalter von 20 Jahren.

Der Europäische Braunbär wurde in weiten Teilen seines ehemaligen Verbreitungsgebiets ausgerottet; Restbestände leben vor allem in Gebirgen. Nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) gab es 2004 in Europa folgende geschätzten Braunbärenbestände: Alpen und Dinarisches Gebirge: 2 000; Karpaten: 4 500; Pyrenäen: 10; Kantabrien: 60; Abruzzen: 80; Skandinavien: 1 000; Baltikum, Russland und andere Nachfolgestaaten der UdSSR: 50 000. In Österreich leben etwa 25 bis 30 Braunbären; dieser Bestand geht auf eingewanderte, ausgesetzte und in Österreich geborene Bären zurück (seit 1991 kamen hier mindestens 27 Junge zur Welt). 2005 wurde nach über 80 Jahren wieder ein Braunbär in der Schweiz (im Kanton Graubünden) nachgewiesen. Der weltweite Bestand des Braunbären wird auf mehr als 200 000 Tiere geschätzt.

Nachdem der letzte in Deutschland heimische Braunbär 1835 in Ruhpolding (Kreis Traunstein, Bayern) erschossen worden war, wanderte im Mai 2006 erstmals wieder ein Braunbär nach Deutschland ein. Der zweijährige Bär stammte von einem aus Slowenien im Rahmen des italienischen Projekts Life Ursus in Trentino-Südtirol eingebürgerten Braunbärenpaar. Der in diesem Projekt JJ1 und im Volksmund „Bruno” genannte Bär kam über Österreich nach Deutschland und streifte in den folgenden Wochen in der bayerisch-tirolerischen Grenzregion umher. Da der Bär keine Scheu vor menschlichen Siedlungen zeigte und Schafe riss, wurde er als gefährlich eingeschätzt und am 26. Juni 2006 unterhalb der Rotwand am Spitzingsee (unweit des Schliersees im Kreis Miesbach, Bayern) von Jägern erschossen. Der Tod des Braunbären löste in Deutschland und international einen Sturm der Entrüstung aus; der italienische Umweltminister legte bei der Europäischen Kommission Protest gegen den Abschuss des Tieres ein.

Der Braunbär wird auch in anderen Ländern nach wie vor vom Menschen verfolgt: So wurden in Slowenien 2002 weit über 100 Braunbären erschossen. 2004 erlegte ein französischer Jäger die letzte Pyrenäenbraunbärin, die auf den autochthonen (nicht aus Slowenien eingeführten) Braunbärenbestand der Pyrenäen zurückging und die zu diesem Zeitpunkt ein Junges führte.

Systematische Einordnung: Der wissenschaftliche Name des Braunbären lautet Ursus arctos; er gehört zur Familie Ursidae. Der Europäische Braunbär heißt Ursus arctos arctos, der Kodiakbär heißt Ursus arctos middendorffi und der Grizzly Ursus arctos horribilis.

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