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Seehund

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SeehundSeehund

Seehund, eine mittelgroße Robbenart.

Der Seehund hat kurzes, dichtes Fell mit unterschiedlich hell- bis dunkelgrau gefärbten Flecken. Ein ausgewachsenes Tier kann eine Länge von rund zwei Metern erreichen. Seehunde haben kurze Vorderflossen, dichte, abstehende Barthaare (die als Tastorgane dienen) und große Augen. Diese Robbenart kommt an den meisten Küsten der warmgemäßigten bis kalten Klimazonen der nördlichen Hemisphäre vor – von der Baja California bis zur Inselkette der Alëuten im Nordpazifik, von Mittelflorida bis nach Grönland im Nordatlantik sowie an west- und nordeuropäischen Küsten einschließlich Nordsee und (seltener) Ostsee.

Seehunde ernähren sich sehr unterschiedlich: von Krebstieren und Plattfischen am Meeresboden sowie von anderen Fischen und Wirbellosen im freien Wasser. Bei der Nahrungssuche sind die Tiere meist allein. Gelegentlich kann man allerdings mehrere Seehunde beobachten, die ohne erkennbare Kooperation gemeinsam Nahrung suchen. Seehunde sind gesellig; wenn die Tiere an Land robben, bilden sie Gruppen, die aus mehreren Hundert Individuen bestehen können. An Land sind Seehunde scheu, und oft flüchten sie bei menschlicher Störung ins Wasser.

Die Paarung erfolgt im Wasser, wobei die Männchen nur wenig um die Weibchen werben. Man nimmt an, dass Männchen und Weibchen in einer Paarungszeit mehrere Partner haben. Die Fortpflanzungszeit ist je nach Gebiet unterschiedlich und liegt im Allgemeinen zwischen Spätwinter und Herbstmitte. In Europa paaren sich Seehunde im Hochsommer. Die ein bis zwei Jungen kommen nach einer Tragzeit von etwa zehn Monaten zur Welt.

Seehunde werden seit Hunderten oder Tausenden von Jahren gejagt. Man verwendet ihr Fleisch als Nahrung, das dichte Fell für Kleidung und ihr Fett als Lampenöl. In manchen Gebieten werden Seehunde erschlagen, weil man sie für Konkurrenten der Fischerei hält. Da Seehunde in Europa und Teilen Nordamerikas unweit des unmittelbaren menschlichen Einflussbereichs leben, sind sie oft mit hohen Dosen an chemischen Substanzen, wie Schwermetallen, Polychlorierten Biphenylen (PCBs) und DDT belastet. Verlassene Seehundjunge, die wegen ihrer klagenden Rufe „Heuler” genannt werden, versucht man in Aufzuchtstationen zu retten; dies ist jedoch ein schwieriges, nicht immer erfolgreiches Unterfangen.

1988 fielen im Nord-Ostsee-Raum (einschließlich Irischer See, Skagerrak und Kattegat) 18 000 Seehunde einem Staupevirus zum Opfer. Im gesamten Wattenmeer (an der deutschen, dänischen und niederländischen Nordseeküste) wurden damals etwa 8 600 tote Seehunde gefunden, das entsprach 60 Prozent des dortigen Seehundbestands. Nachdem sich der Wattenmeerbestand um die Jahrtausendwende erholt hatte, wurden hier 2002 erneut 10 600 tote Seehunde angeschwemmt, die ebenfalls an der Seehundstaupe gestorben waren. Insgesamt wurden 2002 im Nord-Ostsee-Raum 21 300 tote Seehunde gefunden. Eine Bestandserfassung im Sommer 2003 ergab für das Wattenmeer noch 10 800 Tiere; aufgrund hoher Geburtenraten 2003 und 2004 war der Bestand nicht gefährdet. 2004 wurden allein im deutschen Wattenmeer gut 10 000 Seehunde gezählt.

Systematische Einordnung: Seehunde werden als eine Art mit vier Unterarten betrachtet, doch muss diese taxonomische Einteilung revidiert werden. Sie gehören zur Familie Phocidae in der Unterordnung Pinnipedia und der Ordnung Carnivora. Ihre wissenschaftliche Bezeichnung lautet Phoca vitulina.

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