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Joseph Heller

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Joseph HellerJoseph Heller

Joseph Heller (1923-1999), amerikanischer Schriftsteller. Sein Roman Catch-22 (1961; Der IKS-Haken) war eines der erfolgreichsten Debüts der amerikanischen Literatur nach 1945.

Heller wurde am 1. Mai 1923 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren und diente, bevor er in New York und Oxford studierte, während des 2. Weltkriegs 1943 und 1944 als Bomberpilot bei der amerikanischen Luftwaffe. Seine Erfahrungen während dieser Zeit verarbeitete er in dem Antikriegsroman Catch-22 (1961, Der IKS-Haken), eine ebenso groteske wie bittere Satire über ein amerikanisches Bombergeschwader, die die inhumanen und absurden Konditionen des Krieges und des Militärlebens im Allgemeinen attackiert. Das paradoxe Dilemma des Romanhelden, der keine Kampfeinsätze mehr fliegen will, besteht in dem Umstand, dass er sich, um weiteren Flügen zu entgehen, für verrückt erklären lassen will; gerade dieser Umstand aber belegt seine völlige geistige Gesundheit, was weitere Einsätze nach sich zieht. Im amerikanischen Sprachraum avancierte der Titel des Werkes zur gängigen Formel für eine Zwickmühle, aus der es keinen befriedigenden Ausweg gibt (Catch-22-situation). Weit mehr als zehn Millionen Exemplare wurden allein in den USA verkauft. Der Schriftsteller Jack Schedler nannte den Protagonisten Yossarian aus Catch-22 einen „fiktiven Talisman für eine ganze Generation”.

Auch Hellers spätere Romane sind von einer zynisch-illusionslosen Weltsicht geprägt, darunter Something Happened (1974; Was geschah mit Slocum?), der die kalte und gnadenlose Welt eines amerikanischen Industriekonzerns widerspiegelt, Good As Gold (1979; Gut wie Gold) über einen jüdischen Literaturprofessor, der in Washington mit allen Mitteln – auch denen völliger Assimilation – versucht, Außenminister zu werden und überall auf versteckten Antisemitismus stößt, God Knows (1984; Weiß Gott) und Picture This (1988; Rembrandt war 47 und sah dem Ruin ins Gesicht). 1994 erschien Closing Time (Endzeit), eine Fortsetzung von Catch-22. Heller wirkte außerdem als Dramatiker. Neben dem Schauspiel We Bombed in New Haven (1967, Wir bombardieren Regensburg) bearbeitete er seinen Bestseller Catch-22 unter dem Titel Catch-22: A Dramatization 1971 für die Bühne. Ferner verfasste er mehrere Drehbücher für Spielfilme, u. a. als Mitautor für die James-Bond-Parodie Casino Royale (1967, mit Peter Sellers, David Niven, Ursula Andress und Woody Allen). 1986 erschien mit No Laughing Matter (1986; Überhaupt nicht komisch) seine gemeinsam mit Speed Vogel verfasste Autobiographie. Catch-22 wurde 1970 von Mike Nichols mit Alan Arkin, Anthony Perkins und Orson Welles verfilmt. Heller starb am 12. Dezember 1999 in East Hampton.

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