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Windows Live® Suchergebnisse EisbärEnzyklopädieartikel
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Eisbär, gelblich weiß gefärbte Großbärenart, die das arktische Treibeis bewohnt. Eisbären sind im ganzen Nördlichen Eismeer (siehe Nordpolarmeer) und südlich bis zur kanadischen Jamesbai sowie entlang der Ostküste Grönlands verbreitet. Die mit Braunbären nahe verwandten Eisbären bilden insgesamt 19 weitgehend voneinander getrennte Populationen.
Ausgewachsene männliche Eisbären wiegen etwa 300 bis 800 Kilogramm und haben Kopfrumpflängen von etwa 1,9 bis 2,5 Metern; Weibchen sind mit 1,7 bis 2,1 Metern Kopfrumpflänge und ungefähr 150 bis 300 Kilogramm Gewicht durchschnittlich kleiner. Die Schulterhöhe von Eisbären variiert von 1,3 bis 1,6 Metern; der Schwanz misst etwa 10 Zentimeter. Im Vergleich zu landbewohnenden Bären ist der Körper des an das Leben am und im Wasser angepassten Eisbären länger und stärker stromlinienförmig. Der Eisbär ist wie alle Bären Sohlengänger und tritt mit der ganzen Sohle auf. An jedem Fuß hat er fünf scharfe, gebogene, fünf bis sieben Zentimeter lange Krallen, mit denen er auf dem Eis Halt findet und seine Beute festhalten kann. Lange Haare zwischen den Ballen wirken isolierend gegen Kälte; steife Haare an den Vorderbeinen und sehr breite Vorderfüße wirken beim Schwimmen wie Ruder.
Eisbären ernähren sich überwiegend von Ringelrobben und anderen Robben (Bartrobben, Sattelrobben, Walrossen) und Walen (vor allem Beluga), außerdem von Seevögeln, Vogeleiern, Fischen, Muscheln, Seetang, Beeren, Gräsern, Aas und Haushaltsabfällen. Eisbären haben einen gut entwickelten Orientierungssinn und einen hervorragenden Geruchssinn. Den Menschen ignorieren sie oft völlig, können ihm aber durchaus gefährlich werden. Lautäußerungen von Eisbären vernimmt man zumeist, wenn sich die Tiere im Familienverband aufhalten. Männliche Eisbären sind mit Ausnahme der Paarungszeit Einzelgänger und legen auf der Jagd riesige Entfernungen über Eisschollen zurück. Während der Paarungszeit von März bis Juni kämpfen Männchen heftig um Weibchen; ein Männchen treibt ein Weibchen gelegentlich auf einen Hügel oder gegen eine Klippe in die Enge. Jedes Tier kann sich mit mehreren Partnern paaren. Das Weibchen bringt im Zeitraum von November bis Januar in einer selbst gegrabenen Schneehöhle zumeist zwei nur rund 600 Gramm schwere, noch blinde Junge zur Welt. Die Neugeborenen werden im Abstand von wenigen Stunden gesäugt; die Mutter hält sie ständig nahe ihrer Brustdrüsen warm. Sie selbst nimmt im Winter keine Nahrung auf und zehrt von ihren Fettreserven. Im März oder April, wenn die Jungen die Höhle gemeinsam mit ihrer Mutter verlassen, sind sie etwa 10 bis 15 Kilogramm schwer. Sie werden im Alter von etwa zwei Jahren entwöhnt. In der kanadischen Arktis wurde 2006 eine Hybride (ein Mischling) zwischen einem Eisbären und einem Grizzly (einer Unterart des Braunbären) erschossen. Kreuzungen zwischen Eis- und Braunbär waren zuvor bereits von Zootieren bekannt und konnten jetzt erstmals anhand einer am erschossenen Bären durchgeführten DNA-Analyse (siehe Nucleinsäuren) für frei lebende Bären der beiden Arten nachgewiesen werden.
Die fünf Staaten, auf deren Territorien Eisbären vorkommen (Kanada, USA, Dänemark, Norwegen sowie Russland bzw. seinerzeit die UdSSR) unterzeichneten 1973 ein Abkommen zur Einschränkung der Eisbärenjagd. Die Jagd auf Eisbären soll danach weitgehend den Eskimo zu deren Selbstversorgung vorbehalten sein, doch findet nach wie vor auch Trophäenjagd auf Eisbären statt. Eisbären leiden außerdem darunter, dass die Eisdecke der Arktis wegen der Klimaerwärmung früher im Jahr aufbricht und die Bären sich deshalb vorzeitig auf das nahrungsärmere Festland zurückziehen müssen. Vor allem aus diesem Grund musste der Eisbär 2006 von der IUCN in die Liste der weltweit gefährdeten Arten aufgenommen werden (IUCN-Kategorie vulnerable: gefährdet). Der weltweite Eisbärenbestand wurde 2005 auf etwa 20 000 bis 25 000 Tiere geschätzt.
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