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Windows Live® Suchergebnisse Ernesto Zedillo Ponce de LeónEnzyklopädieartikel
Ernesto Zedillo Ponce de León (*1951), mexikanischer Ökonom und Politiker, Präsident von Mexiko (1994-2000). Zedillo wurde am 27. Dezember 1951 in Mexiko-Stadt geboren und wuchs in der nordmexikanischen Stadt Mexicali, nahe der Grenze zu den USA, auf. Er studierte in Mexiko und in Yale Wirtschaftswissenschaften und war anschließend in Mexiko als Dozent für Wirtschaftswissenschaften tätig. Ab 1978 war er bei der Mexikanischen Zentralbank beschäftigt, wo er sich rasch einen Namen als Wirtschaftsfachmann machte. Von 1988 bis 1992 amtierte er als Haushaltsminister unter Präsident Carlos Salinas; in dieser Funktion setzte er einen Entwicklungsplan durch, mit dem die hohe Inflationsrate auf einstellige Prozentzahlen zurückgeführt werden konnte. Als Bildungsminister 1992/93 spielte Zedillo eine entscheidende Rolle bei der Dezentralisierung des föderalen Bildungssystems und leitete eine Reform des öffentlichen Schulsystems ein. Innerhalb des Partido Revolucionario Institucional (Partei der Institutionalisierten Revolution, PRI), der seit 1929 monopolartig Mexiko regiert, wurde Zedillo, seit 1971 Mitglied der Partei, dem Flügel der jungen Technokraten zugerechnet. Dieser Flügel trat für wirtschaftliche Reformen ein, u. a für die Privatisierung staatlicher Unternehmen und für den Abbau von Handelsschranken gegenüber anderen Ländern, besonders den Mitgliedsstaaten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (North American Free Trade Agreement, NAFTA), und er sprach sich für eine Überwindung der verkrusteten Strukturen in Partei und Staat aus; mit dieser Haltung stand der Technokraten-Flügel in scharfem Gegensatz zu den konservativeren Parteiführern. Ab Anfang 1994 managte Zedillo den Wahlkampf für Luis Donaldo Colosio, den Präsidentschaftskandidaten des PRI; im März 1994 nominierte ihn der PRI selbst zum Präsidentschaftskandidaten, nachdem Donaldo Colosio einem Attentat zum Opfer gefallen war. Die Präsidentschaftswahlen im August 1994 gewann Zedillo mit knapper Mehrheit. Nach seiner Amtseinführung im Dezember 1994 wurde Zedillo sogleich mit einer Wirtschaftskrise konfrontiert, als in- und ausländische Investoren ihr Vertrauen in den überbewerteten Peso verloren und eine Abwertung des Pesos um 40 Prozent gegenüber dem Dollar bewirkten. Eine internationale Rettungsaktion brachte schnelle Entlastung für die Finanzmärkte und Zedillos Regierung. Trotzdem sah sich Zedillos Regierung weiterhin mit einer steigenden Inflation, schwindendem Vertrauen der Investoren und einer anhaltenden Rezession konfrontiert, sowie – bedingt durch die wirtschaftliche Lage – mit zunehmendem sozialen Unfrieden und einer neuen revolutionären Bewegung, den Zapatistas im Süden des Landes. Außerdem musste sich der PRI unter Zedillos Präsidentschaft nach und nach von seinem Herrschaftsmonopol verabschieden: 1997 verlor die Partei ihre Zweidrittelmehrheit im Senat, ihre absolute Mehrheit im Abgeordnetenhaus und den überaus wichtigen Bürgermeisterposten in Mexiko-Stadt. Ursache für den Machtverlust war die Reform des politischen Systems, d. h. die fortschreitende Demokratisierung Mexikos durch die Regierung Zedillo. In der Folgezeit setzte sich der Machtverlust des PRI unaufhaltsam fort: Die Präsidentenwahlen im Juli 2000, zu denen Zedillo verfassungsgemäß nicht mehr antrat, verlor der PRI; ebenso verlor er seinen Status als stärkste Fraktion im Abgeordnetenhaus und die absolute Mehrheit im Senat. Zum 1. Dezember 2000 übergab Zedillo das Präsidentenamt an seinen gewählten Nachfolger, Vicente Fox von dem bisher oppositionellen Partido Acción Nacional (PAN).
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