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Windows Live® Suchergebnisse Oliver StoneEnzyklopädieartikel
Oliver Stone (*1946), amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. In seinen teils provokanten Filmen beschäftigt er sich überwiegend mit brisanten Themen der modernen amerikanischen Gesellschaft. Stone wurde am 15. September 1946 als Sohn eines Börsenmaklers in New York geboren. Nach Abbruch eines Studiums an der Yale University 1965 arbeitete er als Englisch- und Geschichtslehrer an einer chinesischen Schule in Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam) und als Matrose bei der Handelsmarine, ehe er sich als Freiwilliger zur Armee meldete. Nachdem er im Vietnamkrieg verwundet worden war, verließ Stone 1968 die Armee und belegte Filmkurse an der New Yorker Universität, wo er 1971 seinen Abschluss machte. Stones Laufbahn als Regisseur begann mit den Independentfilmen Street Scenes (1970) und Seizure (1974). Für das von Regisseur Alan Parker umgesetzte Drehbuch zu dem Film Midnight Express (1978; 12 Uhr nachts – Midnight Express), der authentischen Geschichte eines jungen Amerikaners, der in der Türkei wegen versuchten Rauschgiftschmuggels inhaftiert wird, wurde er mit einem Oscar und einem Golden Globe ausgezeichnet. Stone war Drehbuchautor und Regisseur des Horrorfilms The Hand (1980; Die Hand) und schrieb die Drehbücher zu Conan the Barbarian (1981; Conan – der Barbar, mit Arnold Schwarzenegger), Scarface (1983; Scarface, Regie Brian De Palma), Year of the Dragon (1985; Im Jahr des Drachens, Regie Michael Cimino) und 8 Million Ways to Die (1986; 8 Millionen Wege zu sterben, Regie Hal Ashby). In Salvador (1985; Salvador), seiner nächsten Regiearbeit, zeichnete Stone ein kritisches Bild des politischen und militärischen Engagements der USA in Mittelamerika. Seine Erfahrungen als Soldat in Vietnam verarbeitete er anschließend in Platoon (1986; Platoon), einer schonungslosen Abrechnung mit den Gräueln des Krieges, die international starkes Echo fand. Der Film wurde mit einem Oscar für die beste Regie und den besten Film ausgezeichnet. In den darauf folgenden Jahren festigte Stone sein internationales Renommee mit Wall Street (1987; Wall Street, mit Charlie Sheen und Michael Douglas), Talk Radio (1988; Talk Radio) sowie Born on the 4th of July (1989; Geboren am 4. Juli, mit Tom Cruise), einem zweiten Vietnam-Film, für den Stone 1989 einen weiteren Regie-Oscar erhielt. In The Doors (1991; The Doors) porträtierte er einfühlsam die Person Jim Morrisons, eines der größten Rockidole der sechziger Jahre. Der Politthriller JFK (1991; John F. Kennedy – Tatort Dallas, mit Kevin Costner) beschäftigt sich mit den Ereignissen um die Ermordung des US-Präsidenten John F. Kennedy 1963. Stone präsentierte darin die umstrittene Hypothese einer Verschwörung von Regierungsmitgliedern, Militär und Sicherheitsdiensten und löste damit heftige Debatten aus. Nach JFK befasste der Regisseur sich weiterhin mit Themen des modernen amerikanischen Lebens, wie in Heaven & Earth (1993; Zwischen Himmel und Hölle), der dritten Folge seiner Trilogie zum Vietnamkrieg, und Natural Born Killers (1994; Natural Born Killers), der die Faszination der Medien der neunziger Jahre am Phänomen der Serienmörder in gewalttätigen Bildern thematisiert. Mit Nixon (1995; Nixon), dem Porträt des amerikanischen Präsidenten Nixon (gespielt von Anthony Hopkins) gelang Stone wiederum ein markantes und kontrovers debattiertes Werk über ein brisantes Thema der jüngeren amerikanischen Geschichte. Auf den Actionthriller U Turn (1997; U-Turn – Kein Weg zurück, mit Sean Penn und Jennifer Lopez) und den Footballfilm Any Given Sunday (1999; An jedem verdammten Sonntag, mit Al Pacino) folgte mit Commandante (2003; Commandante) ein Dokumentarfilm über den kubanischen Revolutionsführer und Staatspräsidenten Fidel Castro. Stones ambitioniertes Werk Alexander (2004; Alexander), ein monumentaler Antikfilm über den makedonischen König Alexander den Großen, fiel bei Kritik und Publikum durch. Großes Aufsehen erregte Stone dann wieder mit World Trade Center (2006; World Trade Center, Hauptrolle Nicolas Cage), einer Darstellung der Terroranschläge vom 11. September 2001 aus der Sicht zweier in den Trümmern eingeschlossener Polizisten. Der Film wurde vielfach als unangemessen unpolitisch kritisiert, da er lediglich den Terrorakt als solchen dramatisiert und weder die Hintergründe noch die Folgen thematisiert.
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