Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Nok-Kultur

Windows Live® Suchergebnisse

  • Nok-Kultur – Wikipedia

    Bekannt ist die Nok-Kultur in Zentral-Nigeria vor allem durch die eindrucksvollen Terrakotten, die für Tausende von Euro auf dem internationalen Kunstmarkt gehandelt werden.

  • NOK – Wikipedia

    Das Wort Nok bezeichnet: ein Dorf in Nigeria, das Namensgeber der Nok-Kultur ist; Nok Air, eine thailändische Airline; Die Abkürzung NOK bezeichnet:

  • UNI 2006/02 Teil 3

    Die-ser »Nok-Stil« wurde zur »Nok-Kultur«, denn Kunst, darum han-delte es sich ohne Frage, und Kultur gehören zusammen. Durch die vielen neuen Funde zeichnete sich das ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Nok-Kultur

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Nok-Kopf, Nationalmuseum, LagosNok-Kopf, Nationalmuseum, Lagos

Nok-Kultur, Überreste einer Eisen verarbeitenden Kultur im heutigen Nigeria, etwa zwischen 500 v. Chr. und 200 n. Chr.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Scherben einiger gebrannter Tonfiguren bei der Zinnförderung an den Süd- und Westhängen des nigerianischen Berglandes von Jos in der Nähe des Dorfes Nok ausgegraben. Nachdem diese wieder zusammengesetzt worden waren, zeigte sich, dass sie Tiere und Menschenköpfe mit erkennbar stilisierten menschlichen Gesichtszügen darstellten. Fragmente anderer Körperteile lassen vermuten, dass sie ursprünglich zu vollständigen menschlichen Figuren gehörten, obwohl keine intakte Figur erhalten blieb. Bei den Terrakotta-Skulpturen, die bis zu 1,20 Meter groß sind, handelt es sich um die ältesten Skulpturen Afrikas außerhalb von Ägypten und Nubien.

In jüngerer Zeit wurden in systematischen archäologischen Ausgrabungen an zwei Siedlungsorten, Taruga und Samun Dukiya, typische Tonfiguren, Gebrauchskeramik, eiserne Messer, Pfeilspitzen und Armreifen zu Tage gefördert. Diese Funde zeigten auch, dass in den Dörfern Eisen geschmolzen und geschmiedet wurde. Es handelt sich um eine der ältesten Eisen verarbeitenden Kulturen der Welt; hier wurde Eisen früher als in Ägypten verarbeitet. Mit der Radiokarbonmethode (siehe Verfahren zur Altersbestimmung) erstellte Daten ergeben, dass die Dörfer zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert v. Chr. besiedelt waren. Die Mehrzahl der in der Region tätigen Archäologen ist der Ansicht, dass ähnliche Artefakte bis um das Jahr 200 n. Chr. hergestellt und benutzt wurden.

Die Funde enthalten wichtige Hinweise auf vorkoloniale kulturelle Traditionen in Westafrika. Außerdem wurden Beweise für Eisenverarbeitung erbracht, und die These, dass diese frühen Völker in festen Siedlungen lebende Ackerbauern gewesen sind, konnte erhärtet werden. Da die zur Nok-Kultur zusammengefassten Gegenstände aus einem Zeitraum von etwa 700 Jahren stammen und die Ausgrabungen auf einem Areal von 50 mal 150 Kilometern stattgefunden haben, ist es problematisch, daraus auf eine einheitliche Kultur zu schließen, wie dies der Name suggeriert. Die Nok-Kultur hat offenbar spätere westafrikanische Gesellschaften beeinflusst, vor allem das Yoruba-Königreich von Ife. Das Gebiet der Nok-Kultur ist auch Ausgangspunkt der Bantu-Sprachen (siehe afrikanische Sprachen), die sich vielleicht mit der Kenntnis der Eisenverarbeitung verbreitet haben.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft