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Mahabalipuram

Enzyklopädieartikel

Mahabalipuram, Dorf mit einem ehemals bedeutenden antiken Hafen, südlich von Madras, an der Ostküste des indischen Bundesstaates Tamil Nadu gelegen. Der Ort ist berühmt für seinen Tempelkomplex aus dem 7. Jahrhundert.

Der Tempelkomplex von Mahabalipuram wurde von Narasimhavarman I. Mahamalla (ca. 625 bis 645), dem bedeutendsten Herrscher aus der Pallava-Dynastie, errichtet und besteht aus einer Reihe von reich verzierten, aus dem harten Granit gemeißelten Tempeln. Ein großer Teil der Bauten ist erhalten und stellt ein herausragendes Beispiel der Pallava-Kunst dar. Die Stätte wurde vermutlich im späten 8. Jahrhundert aufgegeben, die Gebäude wurden in verschiedenen Stadien der Fertigstellung zurückgelassen.

Von 15 kleinen Höhlentempeln sind nur wenige fertig geworden. Die vollendeten Tempel enthalten einige außerordentliche Reliefskulpturen, von denen die der Hindu-Göttin Durga als Mahishasuramardini die berühmteste ist. Durga ist rittlings auf einem einherschreitenden Löwen dargestellt, ihr Körper straff zurückgelehnt, da sie einen Pfeil auf ein zurückweichendes büffelhäuptiges Ungeheuer abschießt. In Kontrast zu dieser dynamischen Komposition steht eine Tafel, auf der ein melancholisch-nachdenklicher Vishnu, der auf der kosmischen Schlange Ananda ruht, das Universum im Traum zeugt.

Auch einige monolithische Tempel, die vollständig aus Granitfelsen herausgemeißelt wurden, gehören zu der Stätte. Besonders hervorzuheben ist eine Gruppe von fünf so genannten Rahas (zweirädrige Streitwagen), die reich mit Skulpturen anmutiger Apsaras (weibliche Geister) und anderer himmlischer Wesen ausgestattet sind. Reliefs schmückten nicht nur die eigentlichen, mit Skulpturen versehenen religiösen Räume, sondern setzten sich nach draußen fort und überzogen auch die umgebenden Felswände. Das berühmteste dieser Reliefs ist die Darstellung vom Herabfließen des heiligen Flusses Ganges zur Erde. Diese außergewöhnlich reiche und monumentale Komposition, in eine sechs Meter hohe Felswand gemeißelt, zeigt Götter, himmlische Wesen und Tiere. Alle sind in Furcht und Ehrfurcht zusammengedrängt, da der Ganges in mächtigen Kaskaden zur Erde fließt, wobei die Darstellung des Flusslaufes einer natürlichen Spalte im Gestein folgt. Das Relief wurde als „Gedicht in Stein” bezeichnet.

Der Shore-Tempel, der dem Gott Shiva geweiht und in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts unter dem König Narasimhavarman II. Rajasimha erbaut worden ist, gehört zu einer Reihe einzelner Bauwerke, die aus Granitblöcken errichtet wurden. An der Küste stehend, hat er durch Wind und Salzwasser viel von seinem äußeren Schmuck eingebüßt. Der Tempel weist zwei verschiedene Vimanas (reich verzierte Türme) und an den Mauern viele heraldische Löwenmotive auf sowie Skulpturen vom Zebu Nandi, der mit Shiva verbunden ist. 1985 wurde der gesamte Komplex in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

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