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Europäische Organisation für Kernforschung

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Teilchenbeschleuniger LEPTeilchenbeschleuniger LEP

Europäische Organisation für Kernforschung (CERN, Abkürzung für französisch Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire, inzwischen umbenannt in Organisation Européenne pour la Recherche Nucléaire), internationale Organisation für Grundlagenforschung im Bereich Hochenergie- und Kernphysik sowie Betreiberin eines Forschungszentrums mit Teilchenbeschleunigern in Meyrin bei Genf (Schweiz).

Das CERN-Forschungszentrum ist weltweit das größte seiner Art. Es verfügt über Teilchenbeschleuniger, durch die Elementarteilchen (z. B. Elektronen, Protonen, Ionen) auf extrem hohe Geschwindigkeiten beschleunigt und dann zur Kollision mit anderen Teilchen gebracht werden. Um die Kollisionspunkte herum befinden sich verschiedene Teilchendetektoren, die es erlauben, die durch die Kollision hervorgerufenen Teilchenreaktionen zu beobachten und zu studieren. Ein bedeutender Teilchenbeschleuniger des CERN ist der 2008 in Betrieb genommene Large Hadron Collider (LHC), in dem Protonen und Bleiionen beschleunigt und anschließend in einem Target (Ziel) zur Kollision gebracht werden. Die dabei erreichten Energien liegen für Protonen im Bereich von einigen Teraelektronenvolt (Tera-: Billion, 1012) und für Bleiionen im Bereich von Petaelektronenvolt (Peta-: Billiarde, 1015). Mit den am CERN-Forschungszentrum durchgeführten Experimenten erhofft man sich u. a. Aufschlüsse über die Entstehung der Materie. Nebenprodukte der CERN-Forschung sind u. a. Höchstpräzisionsmesser und Detektoren für die medizinische Radiologie.

Auch das World Wide Web wurde am CERN erfunden. Es ging aus einem Projekt hervor, das der britische Informatiker Timothy Berners-Lee und sein belgischer Kollege Robert Cailliau ab 1990 am CERN entwickelten. Die beiden schufen ein auf Client/Server-Architektur und Hypertext basierendes System, das den vereinfachten Austausch und die Aktualisierung von miteinander verknüpften Informationen über das Internet ermöglichte.

Das CERN wurde 1954 von zwölf Ländern, darunter Deutschland und die Schweiz, als eines der ersten europäischen Gemeinschaftsunternehmen gegründet; einige weitere europäische Staaten, u. a. Österreich, schlossen sich im Lauf der Jahre der Organisation an. Darüber hinaus haben einige internationale Organisationen und nichteuropäische Länder Beobachterstatus, zahlreiche weitere Länder nehmen an den CERN-Programmen teil, ohne Mitglieder von CERN zu sein.

Oberstes Gremium von CERN ist der Rat, der Beschlüsse fasst und die Politik der Organisation bestimmt. Unterstützt wird der Rat durch den Wissenschaftspolitischen Ausschuss und den Finanzausschuss. Der Generaldirektor des CERN, vom Rat für fünf Jahre gewählt, leitet die Forschungseinrichtungen und wird dabei von einem Direktorium unterstützt.

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