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Vishnuismus

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Inkarnation des VishnuInkarnation des Vishnu

Vishnuismus, Oberbegriff für die Vielzahl religiöser Glaubensformen und Praktiken derjenigen Anhänger des Hinduismus, die gemeinsam als Vaishnavas bekannt sind und die in Vishnu die höchste Gottheit sehen. Statistisch gesehen ist dies die am häufigsten praktizierte Religion Indiens.

Im Lauf der Geschichte verschmolzen eine Reihe von indischen Religionskulten wedischen und drawidischen Ursprungs und bildeten ein System von theologischen Standpunkten und religiösen Praktiken, das dann später als Vishnuismus bekannt wurde. Bis zur Zeit der Bhagawadgita (3. Jahrhundert v. Chr.) wurden viele regional als Götter verehrte Heroen, einschließlich Krishna, der wedischen Gottheit Vishnu gleichgesetzt, was dazu führte, dass diese zum höchsten Gott und Welterlöser erhoben wurde. Eine bedeutende frühe Tradition war die der Bhagavatas, die in ihrer umfassendsten Form die Pancaratra-Tantra-Kulte mit einbezog. Alle Gruppen von Vishnuimus erkannten die Pancaratra-Theologie als Grundlage ihrer rituellen Praktiken, insbesondere der Bilderverehrung, an. Sie gründet auf der Idee, dass sich Vishnu als oberste Gottheit in unterschiedlichen Gestalten offenbart, einschließlich den Emanationen (Vyuha) und Inkarnationen (Avatara), ohne jedoch die Einheit seines Selbst aufzugeben.

Seit dem 10. Jahrhundert wurden die Riten und die Theologie des Pancaratra mit der hingebungsvollen Verehrung (Bhakti) der tamilischen Alwaren (südindische Vaishnava-Dichter) und dem orthodoxen Wedanta zu einer neuen Synthese vereinigt, die als Shri-Vishnuismus bekannt wurde. Shri ist Vishnus Gefährtin Lakshmi, die eine Mittlerrolle zwischen Gott und seinen Verehrern einnimmt und auch seine Macht oder Shakti darstellt. Die Schlüsselfigur bei der Entwicklung des Shri-Vishnuismus war der Philosoph Ramanuja im 11. Jahrhundert, dessen Theologie die völlige Hingabe (Prapatti) an Vishnu fordert und somit die Erlösung allein von seiner Gnade abhängig macht. Andere richtungweisende Gelehrte waren im 13. Jahrhundert Nimbarka und Madhva sowie im 15. Jahrhundert Vallabha.

Die Vaishnavas versehen ihren Körper oder ihre Bekleidung häufig mit Symbolen Vishnus, wie z. B. seinem Fußabdruck, dem Muschelhorn und dem diskusähnlichen Wurfgeschoss.

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