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Wattenmeer

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Küste im Nationalpark WattenmeerKüste im Nationalpark Wattenmeer

Wattenmeer, seichtes Küstengewässer im Bereich der Nordseeküste der Niederlande und Deutschlands. Die Friesischen Inseln (West-, Ost- und Nordfriesische Inseln) bilden für das Wattenmeer eine Art schützende Barriere gegen die Nordsee.

Bestimmend für die Dynamik des amphibischen Wattenmeeres sind die Gezeiten, der Wechsel von Ebbe und Flut. Ihr Rhythmus sorgt dafür, dass das Land zwischen Inseln und Festland zweimal täglich überflutet wird und wieder trockenfällt. Das Watt der Nordseeküste setzt sich aus weitläufigen Sand- und Schlickbereichen zusammen, auf denen die Wasserströmung ein feines, ständigen Veränderungen unterworfenes, Oberflächenrelief hinterlässt. Charakteristische Großformen des Wattenmeeres sind die Priele, die dem Wasser als Zu- und Abflussrinnen dienen.

Von wirtschaftlicher Bedeutung ist die Fischzucht (vorwiegend Schellfisch). Des Weiteren wurden zahlreiche Maßnahmen zur Landgewinnung (Eindeichung) durchgeführt, die die Umwandlung des Wattlandes in landwirtschaftlich nutzbares Marschland zum Ziel hatten. Auf deutschem Grund wurde der Nationalpark Wattenmeer eingerichtet.

Im Oktober 1997 einigten sich die Anrainerstaaten Deutschland, Dänemark und die Niederlande auf ein einheitliches Schutzkonzept für die etwa 450 Kilometer lange Küstenregion zwischen Esbjerg (Dänemark) und Den Helder (Niederlande). Neben dem Schutz des Wattenmeeres sind in dem Vertragswerk auch Belange der Wirtschaft und des Küstenschutzes berücksichtigt. Dazu gehören auch Fragen der industriellen Nutzung in den Flussmündungen sowie die Förderung von Erdöl und Erdgas.

Eine ökologische Katastrophe ereignete sich im Herbst 1998. Nachdem am 25. Oktober 1998 die Holzladung des italienischen Frachters Pallas vor der dänischen Küste in Brand geraten und das Schiff schließlich sechs Seemeilen südwestlich der Insel Amrum gestrandet war, liefen im November rund 50 Tonnen Öl in die Nordsee; das Wattenmeer zwischen Amrum, Sylt und Föhr wurde stark verschmutzt. Dabei starben etwa 8 000 Seevögel.

Die Regulierung vieler in das Wattenmeer mündender Flüsse führt dort zu einem kontinuierlichen Anstieg des Süßwassergehaltes. Den im September 2002 veröffentlichten Ergebnissen einer Studie zufolge hat sich der Anteil an Süßwasser seit Mitte des 19. Jahrhunderts etwa verdoppelt. Der verstärkte Eintrag von Nitraten und Phosphaten bewirkt immer häufiger Algenblüten im Wattenmeer. Aufgrund der zunehmenden ökologischen Belastung des Gebietes erklärte die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen im Oktober 2002 eine rund 15 000 Quadratkilometer große Fläche des Wattenmeeres zum internationalen Naturschutzgebiet.

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