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Windows Live® Suchergebnisse MelanesierEnzyklopädieartikel
Melanesier, Bezeichnung für die rund drei Millionen Bewohner Melanesiens, der Inselwelt im westlichen Pazifischen Ozean, die aus Papua-Neuguinea, Neukaledonien, Salomonen, Vanuatu und den Fidschi-Inseln besteht. Mit dieser geographisch abgeleiteten Bezeichnung fasst man in der Literatur jeweils verschiedene Gruppierungen zusammen, da die Papua zwar unter geographischen Gesichtspunkten im weiteren Sinn zu den Melanesiern gerechnet werden, aber eine kulturell von den Melanesiern im engeren Sinn unterscheidbare, relativ homogene Gruppe bilden. Des Weiteren sind auch die Fidschi-Insulaner kulturell stark polynesisch beeinflusst. Die Melanesier im engeren Sinn, die in diesem Artikel behandelt werden, stammen aus Südostasien. Die Auswanderung begann etwa 3000 v. Chr. und endete ungefähr im 1. Jahrtausend v. Chr. Sie besiedelten zunächst die Küstengebiete der Inseln und kolonisierten erst später das Landesinnere. Traditionsgemäß betreiben Melanesier Brandrodungsfeldbau. Die Haupterzeugnisse sind Taro, Yams, Maniok und Süßkartoffeln. Häufig werden Schweine gezüchtet, die zu festlichen Anlässen geschlachtet werden. Die Küstenbewohner ergänzen ihre Ernährung durch Fisch. Melanesien als Ganzes umfasst eine Vielfalt an Kulturen, die man kaum zusammenfassen kann. Obwohl mehr als 200 Sprachen in dieser Region gesprochen werden, gehören sie alle der austronesischen Sprachengruppe an. Die Menschen leben in Dörfern oder Weilern, die politischen Einheiten sind gewöhnlich verhältnismäßig klein und flexibel. Big Men, kompetente Einzelpersonen, oft perfekte Redner, die Geschick im Erschließen menschlicher, natürlicher oder auch magischer Quellen beweisen, werden als politische Führer auf Zeit anerkannt. Nach ausgiebigen Kontakten mit Händlern und christlichen Missionaren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert haben sich viele Melanesier Cargo-Kulten angeschlossen. Heute ist ganz Melanesien außer den französischen Überseegebieten von Neukaledonien unabhängig. Traditionen werden in vielen Gegenden wieder belebt. Dorfbewohner verdienen ihren Lebensunterhalt meist mit der Herstellung von Kopra (dem luftgetrockneten Fruchtfleisch von Kokosnüssen), aber auch mit Kaffee- und Kakaoanbau.
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