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Windows Live® Suchergebnisse Römische Provinz AfrikaEnzyklopädieartikel
Römische Provinz Afrika, Gebiet an der nordafrikanischen Mittelmeerküste, das nach der endgültigen Niederlage Karthagos 146 v. Chr. römische Provinz wurde und zur Zeit seiner größten Ausdehnung in etwa den Norden des heutigen Tunesien sowie Tripolitanien umfasste. Afrika war eine der reichsten und strategisch bedeutendsten Provinzen des Römischen Reiches. Mit Afrika übernahmen die Römer eine hoch entwickelte und reiche Kulturlandschaft: Im 9. Jahrhundert v. Chr. hatten die Phönizier hier Karthago gegründet und in der Folgezeit ihren Herrschaftsbereich in Nordafrika kontinuierlich ausgeweitet. Der Reichtum Karthagos bzw. des Punischen Reiches gründete vor allem auf dem Seehandel sowie dem Handel mit wertvollen Gütern aus Schwarzafrika wie z. B. Gold und Elfenbein. Die wachsende Rivalität zwischen Karthago, der Vormacht im westlichen Mittelmeer, die u. a. auch über Kolonien auf Sizilien verfügte, und dem expandierenden Rom war die Hauptursache für den Ausbruch der Punischen Kriege 264 v. Chr., die nach wechselvollem Verlauf 146 v. Chr. mit der endgültigen Niederlage Karthagos und der Zerstörung der Stadt durch die Römer endeten. Noch im selben Jahr wurde auf dem Boden des besiegten Punischen Reiches die Provinz Afrika errichtet; Hauptort war zunächst Utica, später das wiederaufgebaute Karthago. Bereits in der Anfangsphase der Provinz wurden hier zahlreiche römische Bürger, zumeist Veteranen, angesiedelt, neue Städte gegründet bzw. auf punischen neu errichtet und so die Provinz zunehmend romanisiert. Während des Bürgerkrieges zwischen Pompeius und Caesar bildete die Provinz Afrika eine wichtige Machtbasis der Pompeijaner, bis Caesar 46 v. Chr. die Pompeijaner bei Thapsus an der Ostküste der Provinz besiegte, Numidien annektierte und es zur Provinz Africa Nova machte. 25 v. Chr. vereinigte Augustus diese neue Provinz mit der alten Africa vetus zur Provinz Africa proconsularis. Unter Diokletian wurde die Provinz dreigeteilt: in Africa proconsularis mit der Hauptstadt Karthago, die Byzacena mit der Hauptstadt Hadrumetum (heute Sousse) und die Tripolitiana mit Leptis Magna als Zentrum. Seine Blütezeit hatte die Provinz Afrika im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. Einer der wirtschaftlichen Eckpfeiler der Provinz war wie schon in punischer Zeit der Handel; dazu kam nun noch eine hoch entwickelte, mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen arbeitende Landwirtschaft – das Getreide aus Afrika war eine der Lebensgrundlagen Roms. Die Städte der Provinz glänzten durch ihren Reichtum, so z. B. Leptis Magna, Oea (das heutige Tripolis) und Sabratha in Tripolitanien (Tripolitanien bedeutet „drei Städte”), deren Überreste noch heute zu besichtigen sind. Zahlreiche römische Staatsmänner stammten aus der Provinz Afrika, u. a. der Kaiser Septimius Severus, der in Leptis Magna geboren wurde. Der allmähliche Niedergang der Provinz begann im 4. Jahrhundert und wurde 439 durch die Eroberung von Karthago durch die Wandalen und die Errichtung des Wandalenreiches in Nordafrika besiegelt. Ab 533 gehörte die ehemalige römische Provinz zum Byzantinischen Reich, und 670 kam sie unter arabische Herrschaft.
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