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    Pirat (von griechisch: πειρατής peiratés: „Angreifer“ und latein: pirata „Seeräuber“) bezeichnet. einen Seeräuber, siehe Piraterie; ein Mitglied einer ...

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Pirat

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Gefangennahme BlackbeardsGefangennahme Blackbeards

Pirat, Seeräuber. Die Seeräuberei oder Piraterie ist so alt wie die Seefahrt selbst; sie herrschte vor allem auf den stark frequentierten Seehandelsrouten und dort, wo die zivile, friedliche Seefahrt nur unzureichend oder überhaupt nicht geschützt werden konnte. In Kriegszeiten erteilten manche Regierungen sogar privaten Einzelpersonen, den Freibeutern, die offizielle Erlaubnis, gegnerische Schiffe und Häfen anzugreifen und zu plündern.

Im Altertum war das Mittelmeer die Hochburg der Piraten; ihre Opfer waren vor allem die phönizischen Händler. Im Spätmittelalter konzentrierte sich das Piratenwesen auf die nordafrikanische Küste; von hier aus, besonders von Algier, Tunis, Tripolis und Salé aus, führten die meist muslimischen Korsaren organisierte Überfälle auf christliche Handelsschiffe durch und versetzten das gesamte Mittelmeer in Angst und Schrecken. Unter den Korsaren gab es auch viele abtrünnige oder gefangen genommene Christen, u. a. auch Engländer und Niederländer, und selbst die Johanniter, die sich auf Malta niedergelassen hatten, waren zeitweise als die „Korsaren mit den Kreuzen” gefürchtet.

Als Berberkorsaren im Kanal auftauchten und sogar Häfen in Westengland überfielen, griffen die Engländer zum Teil erfolgreich die Piratenhochburgen in Nordafrika an; aber erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte dem Piratenwesen in Nordafrika endgültig ein Ende gesetzt werden.

Mit der Entdeckung der Neuen Welt und der Erschließung Asiens für den westlichen Handel im 16. und 17. Jahrhundert eröffneten sich den Piraten neue Möglichkeiten, und auch die Freibeuter kamen durch die Rivalitäten der europäischen Seefahrernationen in diesen Gewässern zu Reichtum. Die ersten Kolonialmächte (Spanien und Portugal) sahen sich mit Piraten und Freibeutern konfrontiert, die ebenfalls einen Anteil am Reichtum aus den neuen Ländern erringen wollten. Französische, niederländische und englische Seeleute stürzten sich in waghalsige, aber in der Regel einträgliche Unternehmungen; die Weltumsegelung von Sir Francis Drake (1577-1580) brachte einen enormen Gewinn ein, an dem Königin Elizabeth I. selbst teilhatte. Sir John Hawkins, Sir Walter Raleigh und andere folgten. Außer Gold und Silber aus den Bergwerken Neuspaniens war auch der Zucker aus dem portugiesischen Brasilien eine bei den Piraten hoch geschätzte Fracht.

Nordamerika und das Karibische Meer waren die Heimat der Bukanier. Sie begannen als Plünderer und Viehdiebe, die auf Handelsschiffen, in der Armee und unter Sklaven angeworben wurden, und schufen sich ab etwa 1660 einige Stützpunkte, von denen die kleine Insel Tortuga vor Hispaniola der bekannteste war. Später kamen noch die Stadt Port Royale auf Jamaika, die „übelste Stadt der Welt”, und New York als weitere Zentren der Piraterie hinzu. Die draufgängerischen Unternehmungen des walisischen Piraten Sir Henry Morgan und des schottisch-amerikanischen Kapitäns William Kidd gingen später in zahlreiche Abenteuergeschichten ein. Morgan nahm Panamá ein und stieß bis zum Pazifischen Ozean vor; dafür wurde er von König Karl II. von England geadelt. Kidd, der eine Zeit lang in New York lebte, kam auf seinen Beutezügen bis zur Westküste Afrikas und nach Madagaskar; sein Leben endete 1701 am Execution Dock in Wapping, im Osten Londons, der traditionellen Richtstätte für englische Piraten. Seine Leiche wurde zur Abschreckung in Ketten an der Themse aufgehängt.

Die Piraterie war natürlich keineswegs auf Europa oder europäische Gewässer beschränkt. In der Spätzeit der Ming-Dynastie war das Südchinesische Meer ein lohnendes Feld für die Piraten. Von Japan und Annam unterstützte Piraten suchten die chinesische Küste heim, handelten mit Opium und Kulis und verbündeten sich mit chinesischen Banden im Landesinneren. 1659 segelte eine Piratenflotte von 1 000 Schiffen den Jangtsekiang hinauf. Mit der Zunahme des Handelsvolumens von und nach China im 19. Jahrhundert erlebte die Piraterie hier einen neuen Höhepunkt; Berichten zufolge lagen 1850 etwa 3 000 Piratenschiffe allein vor der Küste von Fujian. In der Folge ging durch die größere Präsenz der britischen Marine und die Aussetzung von Kopfgeldern das Piratenwesen im Chinesischen Meer zurück.

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