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Boston Symphony Orchestra

Enzyklopädieartikel

Boston Symphony Orchestra, Orchester, das 1881 von dem Bostoner Bankier Henry Lee Higginson gegründet wurde. Higginson wollte mit der Stiftung in Höhe von einer Million Dollar auch denjenigen den Zugang zu guter Musik ermöglichen, die keine hohen Eintrittspreise bezahlen können. Der erste Dirigent war der Deutsche Georg Henschel; die Mehrheit der 68 Musiker kam ebenfalls aus Deutschland. In Henschels Fußstapfen traten eine Reihe von deutschen und österreichisch-ungarischen Dirigenten: Wilhelm Gericke (1884), Artur Nikisch (1889), Emil Paur (1893), erneut Gericke (1898), Carl Muck (1906-1908), Max Fiedler (1908-1912) und erneut Muck (1912-1918). Die Konzerthalle, die 1900 eröffnet wurde, war die erste der Welt, die unter Berücksichtigung der Akustik erbaut worden ist. Im selben Jahr wurde aus den jährlich in der Nachsaison stattfindenden Music-Hall-Promenadenkonzerten die mittlerweile berühmten Boston pops. 1917 war das Boston Symphony Orchestra das erste Orchester der USA, das Plattenaufnahmen machte. Als Pierre Monteux 1919 zum Dirigenten wurde, wurden zunehmend junge amerikanische Musiker in das Orchester aufgenommen. Unter seiner Leitung wurden außerdem moderne Werke in das Repertoire aufgenommen, wie z. B. Strawinskys Le sacre du printemps.

Nach Monteux’ Weggang 1924 übernahm Sergej Aleksandrowitsch Kussewizkij die Leitung. Während seiner Schaffensperiode erreichte das Orchester eine bislang nicht dagewesene Qualität. Alle berühmten Komponisten der Welt wurden gespielt, und ab 1926 wurden die Konzerte Samstag abends live im Radio übertragen. Ab 1937 verbrachten die Musiker den Sommer in Tanglewood, in der Nähe von Lenox (Massachusetts). Hier befindet sich das Berkshire-Musikzentrum, in dem Kurse in Dirigieren, Komposition, Oper und Instrumentalmusik angeboten werden. Die Dirigenten Charles Münch (1949), Erich Leinsdorf (1963), William Steinberg (1968) und Seiji Ozawa (1973) hielten den hohen Standard des Orchesters bis in die heutige Zeit aufrecht.

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