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Meditation (lateinisch meditatio: das Nachdenken), Form religiöser oder spiritueller Kontemplation, die für die meisten östlichen Religionen, insbesondere den Hinduismus, den Buddhismus und den Taoismus, ebenso grundlegend ist wie das Gebet für das Christentum, den Islam und das Judentum. Der Unterschied liegt darin, dass im Gebet Gott angerufen bzw. Zwiesprache mit ihm gehalten wird, während es sich bei der Meditation östlicher Prägung um die Versenkung in einen speziellen Bewusstseinszustand handelt. Die Tradition der Meditation lässt sich in Indien, wo sie mit dem Sanskritwort dhyãna bezeichnet wird, am weitesten zurückverfolgen. Aus dieser Bezeichnung wurde in China Chan und in Japan Zen. Buddha entwickelte 500 v. Chr. aus der Praxis des Yoga eigene Meditationsformen, die der indische Gelehrte Patanjali systematisiert um 250 v. Chr. in seinen Yoga-Sutren beschrieb. Der Einfluss dieser beiden Lehrer prägt bis heute weltweit die Praxis der Meditation. Östliche Formen der Meditation erreichten im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert auf verschiedenen Wegen die westliche Welt. Viele Menschen lernten die Meditation durch den Buddhismus und durch Yoga, aber auch durch bestimmte neue religiöse Bewegungen, etwa die Transzendentale Meditation des Maharishi Mahesh Yogi kennen. In den sechziger Jahren stellte Bhagwan Shree Rajneesh eine Verbindung zwischen der indischen Meditation und der westlichen Psychotherapie her. Heutzutage wird die Meditation häufig auch als nichtreligiöse Methode zur Entspannung und zum Abbau von Stress eingesetzt. Die Behauptung, sie sei von gesundheitlichem Nutzen, wird durch wissenschaftliche Untersuchungen gestützt, die zeigen, dass die Meditation die Hirnströme verändern, physiologische Veränderungen hervorrufen und langfristig zu einer psychischen Besserung führen kann.
Es gibt viele verschiedene Schulen mit jeweils eigenen Lehrtraditionen; der klassische Beginn der Meditation besteht jedoch darin, mit geradem Rücken und geschlossenen Augen im Schneidersitz auf dem Boden zu sitzen. Man konzentriert sich auf den eigenen Atem und darauf, die eigenen Gedanken und Gefühle ohne Urteil oder Steuerungsversuch, vielmehr als schweigender und distanzierter Beobachter wahrzunehmen. Werden die Gedanken abgelenkt, so konzentriert sich der Meditierende bei jeder Ablenkung erneut darauf, nur auf seinen Atem zu achten. Mit zunehmender Übung werden die Meditationen auf längere Zeiträume ausgedehnt. Wichtig ist eine entspannte und gelassene Haltung, die zur Verlangsamung und genauen Beobachtung der Funktion des Geistes führt. Die spirituellen Ziele der Meditation sind innerer Frieden, ein Zustand des Erleuchtetseins, Selbsterkenntnis und Weisheit.
Im Christentum wird die Meditation in der Regel als eine Form des stillen Gebets und des Nachdenkens verstanden. In diesem Punkt unterscheidet sie sich von der östlichen Meditation. Die Kontemplation, die mit der Meditation nahe verwandt ist, spielte im europäischen Mittelalter eine besondere Rolle in der christlichen Mystik. Später trugen insbesondere die Jesuiten durch ihre Spiritualität, insbesondere die Exerzitien (geistliche Übungen), zur Verbreitung der Praxis der Meditation bei. Im Protestantismus wurde bis vor kurzem der Meditation keine besondere Bedeutung beigemessen.
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