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John Cassavetes (1929-1989), amerikanischer Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Cassavetes wurde am 9. Dezember 1929 als Sohn griechischer Einwanderer in New York geboren. Nach einem Studium der Literaturwissenschaft an der Colgate University erhielt er eine Ausbildung als Schauspieler an der Academy of Dramatic Arts in New York. In den fünfziger Jahren spielte Cassavetes in mehr als 80 Fernseh- und Kinofilmen. Popularität erlangte er mit der Titelrolle in der Detektivserie Johnny Staccato und Auftritten in bekannten Spielfilmen wie Edge of the City (1956; Ein Mann besiegt die Angst) von Martin Ritt, The Killers (1964; Tod eines Killers) von Don Siegel, The Dirty Dozen (1967; Das dreckige Dutzend, Oscar-Nominierung) von Robert Aldrich und Rosemary’s Baby (1968; Rosemaries Baby) von Roman Polanski. Der erste Film, bei dem er selbst Regie führte, war das ästhetisch innovative Werk Shadows (1958; Schatten), der ihm vier Oscar-Nominierungen einbrachte. Es handelt vom alltäglichem Rassismus und überzeugt durch seinen Realismus, der auch durch das improvisatorische Spiel der Darsteller zustande kommt. Too Late Blues (1961), eine subtile Studie über einen Jazzmusiker, und A Child Is Waiting (1962), ein kritischer Film über die gesellschaftliche Ausgrenzung geistig Behinderter, entstanden innerhalb des Studiosystems von Hollywood, das Cassavetes in der Folge wegen zu großer Einschränkung seiner künstlerischen Freiheit wieder verließ. Seine Gagen für die Mitwirkung als Darsteller in großen Hollywood-Produktionen verwendete er für die Realisierung eigener Regiearbeiten. Cassavetes schrieb die Drehbücher zu einer Reihe eindringlicher, realistischer Problemfilme, die er selbst in Szene setzte. Das eindrucksvoll gespielte Ehedrama Faces (1968; Gesichter) erweckt ebenfalls den Eindruck von Improvisation, ist aber gänzlich durch das Drehbuch festgelegt. Der Film erhielt drei Oscar-Nominierungen und wurde auch bei den Filmfestspielen von Venedig mehrfach ausgezeichnet. Husbands (1970; Ehemänner) erzählt die Geschichte dreier Männer, die versuchen, mit sinnlosen Aktivitäten den Tod ihres Freundes zu kompensieren. Es folgten die humorvolle Liebesgeschichte Minnie and Moskovitz (1971; Minnie und Moskowitz) und der düster-nihilistische Kriminalfilm The Killing of a Chinese Bookie (1976; Mord an einem chinesischen Buchmacher). A Woman Under the Influence (1974; Eine Frau unter Einfluß) und Love Streams (1984) sind einfühlsame Annäherungen an reale Probleme und Anschauungen von Frauen in der amerikanischen Gesellschaft, eine Perspektive, die in Hollywood-Produktionen in der Regel zu kurz kommt. Cassavetes’ realistische Filme kreisen meist um emotionale Erfahrungen und überzeugen durch große Detailgenauigkeit und differenzierte Zeichnung der Figuren. In vielen seiner Filme spielte seine Ehefrau Gena Rowlands, weitere immer wieder beschäftigte Darsteller sind Peter Falk, Ben Gazzara und Seymour Cassel. Zu seinen späteren Regiearbeiten zählen Opening Night (1978; Die erste Vorstellung), Gloria (1980; Gloria, die Gangsterbraut) und Big Trouble (1985; Sterben ... leben lassen). John Cassavetes starb am 3. Februar 1989 in Los Angeles.
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