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Michael Curtiz, eigentlich Mihály Kertész, (1888-1962), amerikanischer Filmregisseur ungarischer Herkunft. Für seine bekannteste Arbeit, dem Kultklassiker Casablanca (1942; Casablanca), wurde er mit einem Regie-Oscar ausgezeichnet. Curtiz wurde am 24. Dezember 1888 als Sohn eines Architekten und einer Opernsängerin in Budapest geboren, wo er an der Markoszny-Universität und der Königlichen Theater- und Kunst-Akademie studierte. Nach kurzer Bühnenerfahrung kam er 1912 als Schauspieler und Regisseur zum Film. 1913 ging er nach Kopenhagen, wo er für die Nordisk Studios arbeitete und die Regieassistenz bei August Bloms Drama Atlantis (1913, nach Gerhart Hauptmann) übernahm. Nach Ungarn zurückgekehrt, arbeitete Curtiz während des 1. Weltkrieges ab 1915 bei der Armee als Regisseur von Kriegsdokumentarfilmen. 1917 wurde er zum Produktionsleiter der Phönix ernannt, des größten Studios in Budapest, ehe er 1919 während der sozialen und politischen Unruhen zur Zeit der Räterepublik Ungarn verließ. In der Folge arbeitete er erfolgreich in Österreich, Deutschland und Frankreich. Zu seinen besten Filmen aus dieser Zeit gehören die monumentalen Antikfilme Sodom und Gomorrha (1922) sowie Die Sklavenkönigin (1924), durch die die Hollywood-Produzenten auf ihn aufmerksam wurden. 1926 kam Curtiz durch Vermittlung von Alexander Korda und auf Einladung von Jack Warner in die Vereinigten Staaten, wo er seine Laufbahn erfolgreich fortsetzte und bis Mitte der fünfziger Jahre für die Produktionsgesellschaft Warner Brothers mehr als 100 Filme drehte. Als handwerklich äußerst versierter Regisseur arbeitete Curtiz in allen Genres. Bekannt war er für seine präzisen Anweisungen an Techniker und Schauspieler. Seine bekanntesten Arbeiten für Warner Brothers in den dreißiger Jahren sind der Horrorfilm Mystery of the Wax Museum (1933; Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts) sowie die Gangsterfilme 20 000 Years in Sing Sing (1932; 20 000 Jahre in Sing Sing) und Angels with Dirty Faces (1938; Chicago). Mit Errol Flynn, der unter seiner Regie zum Star aufstieg – mehrmals an der Seite von Olivia de Havilland –, drehte er eine ganze Reihe hochkarätiger Abenteuerfilme und einen Western, u. a. Captain Blood (1935; Unter Piratenflagge), The Adventures of Robin Hood (1938; Robin Hood, der König der Vagabunden), The Private Life of Elizabeth and Essex (1939; Günstling einer Königin), Dodge City (1939; Herr des Wilden Westens) und The Sea Hawk (1940; Der Herr der sieben Meere). Für seine Rolle in Curtiz’ Musical Yankee Doodle Dandy (1942; Yankee Doodle Dandy) wurde James Cagney mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Curtiz’ bekanntester Film ist das Melodram Casablanca (1942; Casablanca) mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, der heute zu den Klassikern der Filmgeschichte zählt. Das Emigrantendrama erzählt vor dem Hintergrund der Flüchtlingsbewegungen des 2. Weltkrieges die Geschichte des zynischen Barkeepers Rick in Casablanca, der hier seiner ehemaligen Geliebten wieder begegnet und der auf seine große Liebe verzichtet, um ihr und ihrem Ehemann die Flucht in die USA zu ermöglichen. Für diesen Film wurde Curtiz mit einem Oscar in der Kategorie Beste Regie ausgezeichnet. Mit dem Melodram Mildred Pierce (1945; Solange ein Herz schlägt, nach dem Roman von James M. Cain) verhalf er Joan Crawford zu einem Aufsehen erregenden Comeback; sie erhielt für ihre Darstellung einen Oscar. Seine spätere Arbeiten, die nicht mehr bei Warner gedreht wurden, erreichten nicht die Qualität der früheren Periode. In den fünfziger Jahren entstand u. a. White Christmas (1954; Weiße Weihnachten) mit Bing Crosby, Anfang der sechziger Jahre der Western The Comancheros (1961; Die Comancheros) mit John Wayne. Michael Curtiz starb am 10. April 1962 in Hollywood.
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