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Miloš Forman (*1932), amerikanischer Regisseur tschechischer Herkunft. Seine populärsten Arbeiten sind One Flew Over the Cuckoo’s Nest (1975; Einer flog über das Kuckucksnest) und Amadeus (1984; Amadeus). Forman wurde am 18. Februar 1932 als Sohn eines jüdischen Pädagogik-Professors in Čáslav (Tschechoslowakei) geboren. Nachdem seine Eltern von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet worden waren, wuchs er bei Verwandten auf. Bis 1957 besuchte er die Filmfakultät der Prager Theaterakademie und schrieb bereits während dieser Zeit Fernsehdrehbücher. Anschließend stieß Forman zum Prager „Schwarzen Theater”, wo er mit dem Regisseur Alfred Radok zusammenarbeitete. Sein Spielfilmdebüt war Černý Petr (1963; Der schwarze Peter), und bereits zwei Jahre später war er mit Lásky jedné plavovlásky (1965; Die Liebe einer Blondine), einem Porträt tschechischer Jugendlicher, in Cannes erfolgreich. Die im kleinbürgerlichen Milieu angesiedelte Typenkomödie Horří, má panenko (1967; Anuschka – es brennt mein Schatz) fand internationale Beachtung und erhielt eine Oscar-Nominierung als bester ausländischer Film. Nach Niederschlagung des Prager Frühlings übersiedelte Forman 1969 in die USA und setzte in Hollywood erfolgreich seine Karriere fort. Seine erste amerikanische Arbeit war die Teenagersatire Taking Off (1970; Taking Off), die in krasser Form die Schwächen der Jugend wie der Elterngeneration bloßlegte. Zusammen mit Arthur Penn, John Schlesinger und anderen wirkte er im selben Jahr an dem semidokumentarischen Film München 1972 – 8 berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX. Olympiade mit. Anschließend entstand der fünffach Oscar-prämierte Film One Flew Over the Cuckoo’s Nest (1975; Einer flog über das Kuckucksnest, nach einem Roman von Ken Kesey), in dem Jack Nicholson in der Rolle eines renitenten Psychiatrieinsassen brillierte. Ende der siebziger Jahre folgte die Aufsehen erregende Leinwandversion des Erfolgsmusicals Hair (1979; Hair). Auf dem Gebiet der Literaturverfilmung gelangen Forman auch fortan Meisterwerke, wie Ragtime (1981; Ragtime, nach E. L. Doctorow, mit James Cagney in seiner letzten Rolle) und Amadeus (1984; Amadeus), eine eigenwillige Filmbiographie über Wolfgang Amadeus Mozart nach dem Bühnenstück von Peter Shaffer, die mit acht Oscars ausgezeichnet wurde, u. a. als bester Film und für die beste Regie. Weniger Resonanz fand Valmont (1989; Valmont), seine Filmfassung von Choderlos de Laclos’ erotischem Briefroman Les liaisons dangereuses, die ein Jahr nach Stephen Frears’ kurz zuvor entstandener kongenialer Version Dangerous Liaisons (1990; Gefährliche Liebschaften) in die Kinos kam. Für The People vs. Larry Flynt (1996; Larry Flynt – Die nackte Wahrheit), einen Film über den Verleger des Pornomagazins Hustler, wurde Forman bei den Berliner Filmfestspielen 1997 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Man on the Moon (1999; Der Mondmann) ist ein sperriges Porträt des berüchtigten Komikers Andy Kaufman (dargestellt von Jim Carrey), der das Publikum mit seinen bizarren Stand-up-Performances verstörte. Sieben Jahre später entstand Formans erster europäischer Film seit seiner Emigration in die USA, der in Spanien produzierte Historienfilm Goya’s Ghosts (2006; Goyas Geister) über ein komplexes Dreiecksverhältnis zwischen dem spanischen Hofmaler Francisco Goya, seiner jungen Muse Ines und einem für die Inquisition tätigen Mönch, der Ines der Häresie anklagt und in der Haft foltert.
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