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David Lynch

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David LynchDavid Lynch

David Lynch (*1946), amerikanischer Filmregisseur und Drehbuchautor. In seinen unkonventionellen Arbeiten, die in der Regel eine Atmosphäre des Unheils und der Angst erzeugen, widmet er sich den Abgründen des menschlichen Lebens.

Lynch kam am 20. Januar 1946 in Missoula (Montana) als Sohn eines Agrarwissenschaftlers zur Welt und wuchs in Washington, Idaho und schließlich in Alexandria (Virginia) auf, wo er die High School besuchte. Mit der Absicht, Maler zu werden, besuchte er Kunsthochschulen in Washington D.C. und Boston. 1968 drehte er in Philadelphia den vierminütigen Experimentalfilm The Alphabeth, für den er vom American Film Institute (AFI) ein Stipendium erhielt. Sein erster Spielfilm war die Low-Budget-Produktion Eraserhead (1977; Eraserhead), die schnell zum Kultfilm avancierte. Er erzählt in düsteren, alptraumhaften Bildern die Geschichte einer Frau, die ein Monster gebiert und daraufhin von ihrem Ehemann verlassen wird. In der Folge wurde Lynch von Mel Brooks mit der Regie des Films The Elephant Man (1980; Der Elefantenmensch) beauftragt. Der Film erzählt das tragische Schicksal eines körperlich deformierten Menschen im 19. Jahrhundert und wurde für acht Oscars nominiert, darunter auch für die beste Regie; er wurde ein großer Publikumserfolg. Der aufwendige Sciencefictionfilm Dune (1984; Dune – Der Wüstenplanet) fiel sowohl beim Publikum als auch bei den Kritikern durch.

In dem beklemmenden Thriller Blue Velvet (1986; Blue Velvet, mit Dennis Hopper und Isabella Rossellini) thematisierte Lynch die seelischen Abgründe und sexuellen Perversionen der Bewohner einer amerikanischen Kleinstadt, einer nur an der Oberfläche heilen Welt. Dieses Thema griff er 1990 wieder in der Fernsehserie Twin Peaks auf, der Geschichte eines rätselhaften Mordes. Doch nicht die Aufklärung des Verbrechens steht im Mittelpunkt, sondern die Ambivalenz der beteiligten Charaktere. Die Spielfilmfassung Twin Peaks (1992; Twin Peaks – Der Film) war nicht so erfolgreich wie die TV-Serie.

Wild at Heart (1990; Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula) mit Nicholas Cage und Laura Dern in den Hauptrollen ist ein mit einer Gangstergeschichte verknüpftes Roadmovie, in dem der Regisseur zu einer opulenten, mitreißenden Bildersprache fand. Lynch zählt zu den wenigen Hollywood-Regisseuren, die künstlerisch anspruchsvolle und zugleich kommerziell erfolgreiche Filme schaffen. Der perfekt inszenierte Thriller Lost Highway (1997; Lost Highway) modelliert in alptraumhaften Bildern das Bewusstsein eines schizophrenen Mörders; in den Hauptrollen spielen Bill Pullman und Patricia Arquette. In Abkehr von der Ästhetik seiner bisherigen Filme erzählt Lynch in The Straight Story (1999; The Straight Story – eine wahre Geschichte) die beiläufigen Erlebnisse eines alten Mannes der 500 Kilometer in Schrittgeschwindigkeit auf einem Rasenmäher zurücklegt, um seinen kranken Bruder zu besuchen.

Nach diesem linear und einfach gebauten Film kehrte Lynch mit dem düster-mysteriösen Thriller Mulholland Drive (2001; Mulholland Drive) zur komplex-enigmatischen Erzählweise zurück. Das ursprünglich als TV-Serie geplante Projekt kam nur unter großen Schwierigkeiten zustande. Nachdem der Pilotfilm abgedreht war, forderte der Sender Änderungen, die vorzunehmen der Regisseur nicht bereit war. Durch Eingreifen eines französischen Produzenten konnte das Vorhaben schließlich realisiert werden, ein Jahr nach Beendigung des TV-Films wurden die Dreharbeiten zu der Spielfilmfassung aufgenommen. Mit Inland Empire (2006; Inland Empire) setzte Lynch die Zusammenarbeit mit seiner bevorzugten Darstellerin Laura Dern fort. In dem formal radikalen Thriller, der Motive seiner früheren Arbeiten aufnimmt und bei vielen Kritikern für Ratlosigkeit sorgte, frönt der Regisseur wiederum seiner Lust, eine Atmosphäre von Angst und Grauen zu erzeugen. Vordergründig die Geschichte einer Schauspielerin, die an den unheilvollen Dreharbeiten zu einem vor Jahrzehnten abgebrochenen und nun wieder aufgenommenen Filmprojekt teilnimmt, entwirft das kunstvoll verrätselte Werk ein labyrinthisches Szenario, in dem sich die Realitätsebenen unentwirrbar vermischen.

Neben seiner Filmarbeit ist Lynch auch als Maler und Zeichner künstlerisch produktiv. Eine erste größere Ausstellung seiner Arbeiten, die ebenso wie seine Filme ein gesteigertes Interesse am Unheimlichen und Skurrilen verraten, war 2007 in Paris zu sehen.

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