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Gloria Swanson, eigentlich Gloria Josephine Mae Svensson, (1899-1983), amerikanische Filmschauspielerin. Mit dem Rollentypus der glamourösen, mondänen Dame wurde sie einer der größten Stars der Stummfilmzeit. Swanson wurde am 27. März 1899 als Tochter eines Offiziers schwedisch-italienischer Abstammung in Chicago (Illinois) geboren. Nachdem sie bereits als 14-Jährige in den Essanay-Filmstudios in Chicago als Statistin gearbeitet hatte, zog sie gemeinsam mit dem Schauspieler Wallace Beery, ihrem ersten von insgesamt sechs Ehemännern, nach Hollywood, wo sie ab 1915 in den Stummfilmen von Mack Sennett spielte. Ab 1916 erhielt sie auch Hauptrollen. Mit den erotischen Filmen von Cecil B. De Mille aus den Jahren 1918 bis 1921, wie beispielsweise Don’t Change Your Husband (1919), Male and Female (1919) und For Better for Worse (1919), avancierte sie zu einem internationalen Sexidol. Gloria Swanson kontrollierte ihre Karriere von Anfang an, und sie hatte gute Beziehungen zu Regisseuren, in deren Filmen ihre extravagante Persönlichkeit und ihre spezifische Ausstrahlung am besten zur Geltung kamen, wie De Mille, Sam Wood und Allan Dwan. 1922 erhielt sie einen Vertrag bei Paramount, der sie zu einer der bestbezahlten Darstellerinnen ihrer Generation machte. Als Symbolfigur der Glanzzeit Hollywoods verband Swanson ihre Aura von Luxus und Glamour mit für die Stummfilmzeit ungewöhnlich zurückhaltendem, subtilem Spiel. Zu ihren bemerkenswertesten Filmen in den zwanziger Jahren zählen Beyond the Rocks (1922; Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib) an der Seite des männlichen Sexidols Rudolph Valentino, My American Wife (1923), A Society Scandal (1924; Ein Gesellschaftsskandal), Manhandled (1924), Stage Struck (1925; Theaterfimmel) und Madame Sans-Gêne (1925). Mit anderen Regisseuren drehte sie nur vier Filme. Nachdem sie ein hoch dotiertes Angebot der Paramount abgelehnt hatte, gründete sie 1926 zusammen mit Joseph Kennedy, dem Vater des späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten, eine eigene Produktionsfirma, die mit United Artists eng verbunden war. Im selben Jahr war sie äußerst erfolgreich in einer Verfilmung des Somerset-Maugham-Stückes Sadie Thompson (1928), in der sie an der Seite von Lionel Barrymore unter der Regie von Raoul Walsh spielte und die ihr die erste von insgesamt drei Oscar-Nominierungen einbrachte. Das nächste Projekt, das opulente Melodram Queen Kelly von Erich von Stroheim, wurde nach der Hälfte der Dreharbeiten abgebrochen, da der Regisseur durch aufwendige Ausstattung immer wieder das Budget überschritten hatte. Der visuell eindrucksvolle Film, der Stroheims Regiekarriere beendete, blieb unvollendet. Der Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm bereitete Swanson keinerlei Schwierigkeiten; in ihrem ersten Tonfilm (The Trespasser, 1929, zweite Oscar-Nominierung) sang sie den Schlager Love, Your Magic Spell Is Everywhere. Mit der Komödie What a Widow! (1930) drehte sie einen der besten Filme ihrer Karriere. Nach diesem Erfolg zog sie sich weitgehend von der Leinwand zurück und richtete ihr Augenmerk mehr auf das Theater und den Hörfunk. Obwohl mit einer schönen Stimme ausgestattet, endete ihre Karriere mit dem Beginn der Tonfilmzeit, da sich ihr filmischer Stil überlebt hatte. Gloria Swanson bestach sowohl durch hervorragende schauspielerische Leistungen als auch durch ihr blendendes Aussehen. Nach vereinzelten Auftritten Anfang der vierziger Jahre kehrte sie erst 1950 zum Film zurück. An der Seite von William Holden, Erich von Stroheim und Buster Keaton spielte sie unter der Regie von Billy Wilder die weibliche Hauptrolle in dem Noir-Klassiker Sunset Boulevard (1950; Boulevard der Dämmerung). Für ihre autobiographisch gefärbte Darstellung der alternden Stummfilmdiva Norma Desmond wurde sie zum drittenmal für den Oscar nominiert. Legendär wurden ihre Aussprüche, die den Glanz der Stummfilmzeit beschwören: „We didn’t need dialogue. We had faces.” und „I’m still big, it’s the pictures that got small.” In den fünfziger Jahren wendete sie sich wieder der Bühnenarbeit zu. In ihrer letzten Rolle, in dem Katastrophenfilm Airport 1975 (1974), spielte sie sich selbst. Ihre Autobiographie erschien unter dem Titel Swanson on Swanson (1980). Gloria Swanson starb am 4. April 1983 in New York.
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