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Windows Live® Suchergebnisse Alfred BrendelEnzyklopädieartikel
Alfred Brendel (*1931), österreichischer Pianist. Er zählt zu den größten Pianisten seiner Generation. Brendel wurde am 5. Januar 1931 in Wiesenberg (Nordmähren, heute Tschechische Republik) als Sohn eines Architekten und Ingenieurs geboren und wuchs ab seinem dritten Lebensjahr in Kroatien auf, ehe sich die Familie 1943 in Graz niederließ. Er erhielt seinen ersten Klavierunterricht als Sechsjähriger von Sofia Dezelic in Zagreb. Von 1943 bis 1947 war er Schüler von Ludovika von Kaan in Graz, anschließend lernte er bei Eduard Steuermann und Edwin Fischer. Darüber hinaus studierte Brendel Harmonielehre und Komposition und spielte bei seinem Debütkonzert eine eigene Klaviersonate. 1948 war er Preisträger beim Busoni-Klavierwettbewerb. Internationale Anerkennung sicherte er sich mit Einspielungen von Werken von Liszt, Mozart, Schubert und Schönberg und der ersten Gesamteinspielung von Beethovens Klaviersonaten. Zu seinen weiteren bedeutenden Aufnahmen zählen zwei vollständige Sonatenzyklen von Schubert. Seit seinem Debüt mit den Wiener Philharmonikern bei den Salzburger Festspielen 1960 gilt Brendel als einer der bedeutendsten, aber auch introvertiertesten Pianisten der Gegenwart. Seit 1974 lebt er in London. Brendels Repertoirevielfalt ist bewundernswert, wobei die großen Klassiker und die Werke der frühromantischen Komponisten im Zentrum seiner Arbeit stehen. Sein Vortragsstil ist spontan, intuitiv und orientiert sich an den augenblicklichen Umständen, und er liebt es, sein Publikum immer wieder mit Überraschungen zu verblüffen. Brendels Interessen gelten neben der Musik auch der Malerei, der Philosophie und der Literatur. Unter anderem veröffentlichte er die Bücher Musical Thoughts and Afterthoughts (1976; Nachdenken über Musik, 1977), Music Sounded Out (1990; Musik beim Wort genommen, 1992) und On Music (2001; Über Musik), die Gedichtbände Fingerzeig (1996) sowie Spiegelbild und schwarzer Spuk (2003), die humorvollen Kurztexte Störendes Lachen während des Jaworts (1997) und den Memoirenband Ausgerechnet ich (2001). 2004 wurde Brendel mit dem renommierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet.
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