Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Hans-Jochen VogelEnzyklopädieartikel
Hans-Jochen Vogel (*1926), deutscher Politiker (SPD), Bundesminister (1972-1981), Vorsitzender der SPD (1987-1991). Vogel wurde am 3. Februar 1926 in Göttingen geboren; er ist der ältere Bruder von Bernhard Vogel. Nach einem Jurastudium trat er in die SPD ein und ging in die Kommunalpolitik. 1960 wurde er zum Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt München gewählt; er war damals der jüngste Bürgermeister der Bundesrepublik Deutschland. 1972 wurde er Landesvorsitzender der bayerischen SPD, verzichtete zugleich auf eine weitere Kandidatur für das Amt des Münchener Oberbürgermeisters und wandte sich der Bundespolitik zu. Noch im selben Jahr zog er in den Bundestag ein und war von 1972 bis 1974 Bundesminister für Raumordnung und Bauwesen in der Regierung Brandt und von 1974 bis 1981 Bundesjustizminister unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Nach einer Regierungskrise des sozialdemokratisch dominierten Westberliner Senats wurde Vogel im Januar 1981 zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt. Er versuchte in seiner kurzen Amtszeit mit Hilfe des Berliner Modells (Nutzungs- und Mietverträge) einen Ausgleich mit der Hausbesetzerszene zu erzielen. Bereits im Juni 1981 wurde er von Richard von Weizsäcker im Amt des Regierenden Bürgermeisters abgelöst. 1983 scheiterte Vogel als Kanzlerkandidat der SPD; er wurde wieder Bundestagsabgeordneter und übernahm von Herbert Wehner den Fraktionsvorsitz seiner Partei (bis 1991). 1987 wurde Vogel als Nachfolger von Willy Brandt zum Parteivorsitzenden gewählt. Als Parteivorsitzender und Mitglied der SPD-Grundsatzkommission beeinflusste er entscheidend das neue Grundsatzprogramm der Sozialdemokraten, das das Godesberger Programm von 1959 ablöste. 1991 trat er vom Parteivorsitz zurück; sein Nachfolger in diesem Amt wurde Björn Engholm. Bei der Bundestagswahl 1994 verzichtete Vogel auf eine erneute Kandidatur und zog sich aus der Politik zurück. 1998 wurde Vogel für sein Engagement gegen das Vergessen und für die Demokratie mit dem Galinski-Preis ausgezeichnet. Im Juni 2000 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der von der Bundesregierung eingerichteten Einwanderungskommission bestellt, die Vorschläge zur Regulierung der Zu- und Einwanderung nach Deutschland erarbeiten soll.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |