![]() Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Baumschwämme", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Baumschwämme |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse BaumschwämmeEnzyklopädieartikel
Baumschwämme, zu den Porlingen (siehe Polyporaceae) gehörende, saprophytisch oder parasitisch lebende, Holz zersetzende Ständerpilze, die an Baumstämmen zunächst konsolenartige, später hufförmige, harte Fruchtkörper bilden. Der wohl bekannteste Baumschwamm ist der Zunderschwamm, der einst in Nord- und Mitteleuropa weit verbreitet war. Der Pilz befällt vorwiegend geschwächte Buchen, aber auch Birken und Erlen, und dringt über Verletzungen der Rinde in das Holz ein. Er bringt den Baum zum Absterben und wächst auf dem toten Stamm weiter. Da der Pilz vorwiegend das braune Lignin (den Festigungsstoff im Holz, siehe Bäume) zersetzt, wird das befallene Holz weiß und flockig. Der Zunderschwamm zählt daher zu den Weißfäulepilzen. Im Forst werden geschädigte Bäume heute zumeist gefällt, bevor der Pilz eindringen kann; der Zunderschwamm findet deshalb kaum noch Wirtsbäume. Der oben graue, unterseitig braune Fruchtkörper, der zäh wie Kork ist, kann 30 Zentimeter breit und 20 Zentimeter dick werden. Über dem rostbraunen Röhrenlager auf der Fruchtkörperunterseite, in dem die Sporen gebildet werden, liegt eine graue Zone, die in eine gelbbraune, faserige Schicht übergeht. Letztere fand schon in der Jungsteinzeit als Zunder zum Feuermachen Verwendung, da sie bereits von Funken zum Glimmen gebracht werden kann. So entdeckte man unter den Ausrüstungsgegenständen der Ötztaler Gletschermumie auch ein Stück Zunder. Später wurde die Glimmfähigkeit des Zunders noch verbessert, indem man die faserige Schicht auskochte, mit Salpeterlösung tränkte und dann trocknete. Im Gegensatz zum Zunderschwamm befällt der Fichtenporling (auch Rotrandiger Baumschwamm genannt) sowohl lebende als auch tote Nadelbäume, in die er ebenfalls über Verletzungen eindringt. Er zersetzt Cellulose und hinterlässt ein würfelig zerfallendes, dunkelbraunes Holz; er wird deshalb als Braunfäule- oder Rotfäuleerreger bezeichnet. Auch seine Fruchtkörper können eine beachtliche Größe erreichen. Nur totes Holz befällt hingegen der Zinnoberschwamm, der durch seine höchstens acht Zentimeter vom Holz abstehenden, orange- bis zinnoberroten Fruchtkörperscheiben auffällt. Er bevorzugt Laubholz und fördert als Weißfäulepilz den natürlichen Abbau toter Hölzer im Wald. Siehe auch Totholzbewohner Systematische Einordnung: Baumschwämme gehören zur Familie Polyporaceae der Ordnung Polyporales. Der Zunderschwamm heißt wissenschaftlich Fomes fomentarius, der Rotrandige Baumschwamm Fomitopsis pinicola und der Zinnoberschwamm Pycnoporus cinnabarinus.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |