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Windows Live® Suchergebnisse KabeljauEnzyklopädieartikel
Kabeljau, im Nordatlantik beheimatete Art der Dorschfische; nicht geschlechtsreife Tiere sowie die Ostseeformen werden auch Dorsch genannt. Der Kabeljau ist grünlich grau, schwarzbraun oder rötlich, auf Kopf, Rücken und Seiten trägt er ein marmoriertes Muster. Er hat drei Rückenflossen und zwei Afterflossen. Sein Schwanz ist nicht gegabelt, an seinem Unterkiefer hat er eine kleine Bartel. Kabeljaue erreichen meist etwa fünf Kilogramm Gewicht und ungefähr 80 Zentimeter Länge, doch können sehr große Exemplare in Ausnahmefällen bis zu 90 Kilogramm schwer und 1,8 Meter lang werden. Der Ostseedorsch, eine Unterart des Kabeljaus, erreicht nur etwa 60 Zentimeter Länge. Kabeljaue sind Raubfische und ernähren sich vorwiegend von Heringen, Sandaalen und anderen Schwarmfischen, aber auch von Muscheln und Seetang. Der Kabeljau bewohnt überwiegend kalte Meere wie den Nordatlantik und das Europäische Nordmeer, eine nahe verwandte Art lebt im Pazifik. Als vorrangiger Schelfmeerbewohner hält er sich zumeist in Schwärmen unweit der Oberfläche auf, kann jedoch bis in 600 Meter Tiefe vordringen. Manche Kabeljaue unternehmen weite Wanderungen (etwa zwischen der Barentssee und den Lofoten), um Laichgebiete oder günstige Nahrungsgründe zu erreichen. In den Wintermonaten versammeln sie sich in großer Zahl in Küstennähe, um zu laichen. Ein Weibchen kann mehr als fünf Millionen Eier ins freie Wasser entlassen, die zur Oberfläche aufsteigen. Die nach zwei bis vier Wochen schlüpfenden Larven ernähren sich von Kleinkrebsen (Hüpferlingen) und anderen Planktontieren. Wenn sie nach wenigen Monaten ungefähr drei Zentimeter groß sind, beginnen sie ihr Leben am Meeresgrund, und nach fünf bis sechs Jahren werden sie geschlechtsreif. Der Kabeljau ist der wichtigste der im kommerziellen Fischfang besonders begehrten Dorsche, die sowohl als Speisefische als auch wegen ihres Lebertrans gefangen werden. Seit dem Mittelalter ist der Dorschfang in vielen Ländern am Nordatlantik ein bedeutender Wirtschaftsfaktor; so wurde die Halbinsel Kap Cod in Massachusetts nach diesen Fischen benannt. Kabeljau wurde früher entweder auf Stöcken getrocknet als Stockfisch angeboten oder aufgeschnitten, gesalzen und auf Felsen getrocknet als Klippfisch (Dorsch bedeutet Dörrfisch). Paniert gebacken und mit frittierten Kartoffeln verzehrt man frischen Kabeljau heute u. a. in Großbritannien als „Fish and Chips”. Bis heute stellt der Kabeljau eine Grundlage der fischverarbeitenden Nahrungsmittelindustrie dar und kommt meist in Form tiefgefrorener Filets oder als Fischstäbchen in den Handel, Rückstände werden zu Gelatine oder Fischmehl (siehe Tiermehl) verarbeitet. Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren der Kabeljau und seine Fanggründe Gegenstand der so genannten „Kabeljaukriege” (siehe Island: Geschichte). In der Nordsee sanken die jährlichen Fangmengen für Kabeljau von etwa 250 000 Tonnen in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf etwa 50 000 Tonnen zur Jahrtausendwende. Die von den Agrar- und Fischereiministern der Europäischen Union seit 2004 zur Erholung des Kabeljaubestands beschlossenen Maßnahmen sind nach Einschätzung von Organisationen wie dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) und dem World Wide Fund for Nature völlig unzureichend; sie beschränken sich im Wesentlichen darauf, die Zahl der erlaubten Fangtage und die zulässigen Fangmengen geringfügig zu verringern. Der Internationale Rat für Meeresforschung fordert seit 2001 die Aussetzung des Kabeljaufanges. Für 2007 wurden die Fangquoten gegenüber dem Vorjahr um (je nach Fanggebiet) 6 bis 20 Prozent gesenkt; dies entspricht für die Nordsee einer Fangmenge von etwa 20 000 Tonnen. Trotz der gravierenden Bestandsrückgänge ist der Kabeljau als Spezies nicht bedroht. Systematische Einordnung: Der Kabeljau heißt wissenschaftlich Gadus morhua. Er gehört zur Familie Gadidae der Ordnung Gadiformes. Der Ostseedorsch heißt Gadus morhua callarias.
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