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Windows Live® Suchergebnisse LigninEnzyklopädieartikel
Lignin (lateinisch lignum: Holz), Holzstoff, dreidimensionales Polymer aus Phenylpropaneinheiten (sekundären Pflanzenstoffen), das in Cellulosefasern eingelagert das Pflanzengewebe festigt. Die Bildung von Lignin und dessen Einlagerung in Zellwände und Festigungselemente war die Voraussetzung für die Entwicklung und das Größenwachstum höherer Landpflanzen. Lignin ist nach Cellulose nicht nur das zweithäufigste biologische Material auf der Erde, es zählt auch zu den mechanisch und chemisch widerstandsfähigsten Verbindungen. So bestehen Nussschalen und Kirschkerne aus vollständig mit Lignin gefüllten Zellen. Holz hat einen Ligningehalt von 15 bis 35 Prozent. Da die Biosynthese des Lignins durch eine ungeordnete Polymerisation erfolgt, kann man keine genaue Strukturformel angeben. Es lassen sich aber z. B. das Lignin der Süßgräser, der Gymnospermen und der Angiospermen durch den jeweiligen Anteil charakteristischer Phenylpropane (wie Coniferylalkohol) unterscheiden. Da diese aromatischen Ringstrukturen ultraviolettes Licht absorbieren und dabei zerstört werden, verfärbt Holz sich grau, wenn es dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Nur wenige Lebewesen können Lignin abbauen. Dazu zählen die Holz zerstörenden Weißfäulepilze (siehe Polyporaceae), die vorzugsweise das Lignin verwerten und die weiße Cellulose übrig lassen. Bei der Papierherstellung muss das Lignin zur Gewinnung reiner Cellulose mit hohem chemischem Aufwand aus dem Holz herausgelöst werden. Aus dem dabei isolierten Lignin wird für die Lebensmittelindustrie synthetisches Vanillin gewonnen, das von Natur aus in Vanillekapseln enthalten ist.
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