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Minze

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RossminzeRossminze

Minze, Gattung stark aromatischer Kräuter aus der Familie der Lippenblütler.

Minzen besitzen wie alle Lippenblütler einen vierkantigen Stängel, an dem sich jeweils zwei Blätter pro Knoten gegenüberstehen; das Blattpaar des darüber liegenden Knotens steht im rechten Winkel zum darunter liegenden Paar (kreuzgegenständige Beblätterung). Die Blätter sind in der Regel tiefgrün (bei manchen Formen ebenso wie der Stängel teilweise dunkelrot), oval und oft spitz zulaufend, der Blattrand ist meist gezähnt oder gesägt. Viele Arten tragen Härchen auf Stängel und/oder Blättern.

Die relativ kleinen Blüten der meisten Minzen sind rosa bis purpurrot oder violett, die für die Familie typische Lippe ist nur schwach ausgeprägt. Die Blüten sitzen in Ähren am oberen Ende des Stängels oder in dichten Gruppen (Scheinquirlen) in den Achseln der Blätter direkt am Stängel. Minzen vermehren sich allerdings gewöhnlich vegetativ durch Ausläufer oder ihr kräftiges Rhizom, wodurch sie benachbarte Arten schnell verdrängen können. Die Größe der Pflanzen schwankt zwischen zehn Zentimetern und knapp einem Meter. Minzen zeichnen sich wie viele andere Vertreter der Lippenblütler durch stark duftende Inhaltsstoffe (etherische Öle) aus, die von Drüsen an der Unterseite der Blätter und am Blütenkelch produziert werden; bei Minzen dominiert das süßlich-stechende Menthol.

Minzen sind seit jeher als Gewürze und Heilkräuter der gemäßigten bis mediterranen Breiten Europas und des Nahen Ostens verbreitet, wurden aber auch in anderen Gegenden eingeführt. Die Gattung umfasst etwa 25 Arten sowie zahlreiche Bastarde (Hybriden) und Kulturformen. Pfefferminze ist eine sterile Hybride, die wahrscheinlich erstmals um 1700 in England aus der Grünen Minze und der Wasserminze gekreuzt wurde.

Die Kalk liebende Ackerminze und die graublättrige Rossminze kommen in Mitteleuropa auf vielen feuchten Feldern und Wiesen sowie in Gräben und Bächen vor. Die giftige Poleiminze gedeiht wie Pfeffer- und Wasserminze in sumpfigen Habitaten, an Ufern sowie im Flachwasserbereich von Süßgewässern; sie ist geschützt und kann durch ihre leicht behaarten Blüten von ungiftigen Arten unterschieden werden. Als Zierpflanzen wurden von einigen Arten Varietäten mit gefärbten Blättern gezüchtet, etwa von der Apfelminze, die auch als Getränkezusatz beliebt ist. Auch nach Menthol duftende Kräuter anderer Gattungen wie Bergminzen, die artenreichen Katzenminzen oder die in Nordamerika heimische Pferdeminze (siehe Diptam) werden als Minze bezeichnet.

Systematische Einordnung: Minze bildet die Gattung Mentha der Familie Lamiaceae. Die Grüne Minze trägt den wissenschaftlichen Namen Mentha spicata, die Pfefferminze heißt Mentha x piperita, die Wasserminze Mentha aquatica, die Ackerminze Mentha arvensis, die Rossminze Mentha longifolia, die Poleiminze Mentha pulegium und die Apfelminze Mentha rotundifolia. Die Bergminze wird botanisch als Calamintha sylvatica bezeichnet, Katzenminze bildet die Gattung Nepeta, und die Pferdeminze heißt Cunila origanoides.

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