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Altphilologie

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Griechische Kunst und KulturGriechische Kunst und Kultur

Altphilologie (oder klassische Philologie), zusammenfassende Bezeichnung für die Literatur- und Sprachwissenschaften, die sich mit der Erforschung der Sprache, Literatur und Kultur der griechischen und römischen Antike beschäftigen. Während sich mit den materiellen Zeugnissen der antiken Kulturen die klassische Archäologie befasst, stehen im Zentrum der klassischen wie jeder Philologie Texte, die linguistisch, literarisch, historisch und kulturgeschichtlich interpretiert werden. Nicht in das Forschungsgebiet der Altphilologie fallen die nachklassischen Zeugnisse in griechischer und lateinischer Sprache; deren Erforschung fällt der Byzantinistik sowie der mittel- und neulateinischen Philologie zu.

Grundmaterial der Altphilologie ist der handschriftliche Text (Autograph), der meist in verschiedenen Fassungen vorliegt. Die primäre Aufgabe besteht nun in der Erstellung möglichst authentischer, den Verfasserintentionen gerecht werdender Texte für die sprachliche und literarische Interpretation. Dabei kann die Altphilologie selektiv verfahren, indem sie einen oder mehrere charakteristisch erscheinende Texte auswählt, oder die gesamte Überlieferung verarbeitet: Die Texte der verschiedenen Handschriften eines Werkes werden verglichen (kollationiert), die Textabweichungen (Varianten) ermittelt, mit dem Verfahren der Textkritik wird dann eine möglichst einheitliche Textausgabe zusammengestellt. Das Ergebnis, die kritische Ausgabe, kann durch einen interpretatorischen Kommentar ergänzt werden.

Die philologische Beschäftigung mit antiken Texten entstand im Zeitalter des Hellenismus in Alexandria und setzte sich bis in den Humanismus fort. Die Grundlagen einer explizit klassischen Philologie durch Anwendung textkritischer Methoden wurden im 17. und 18. Jahrhundert in den Niederlanden (Daniel Heinsius) und England (Richard Bentley) geschaffen. Die bis heute herrschende moderne Altphilologie – in Abgrenzung zur Neuphilologie – beginnt im Zeitalter der deutschen Klassik, des Neuhumanismus und der Romantik mit Friedrich August Wolf, der die Idee einer umfassenden Altertumswissenschaft entwickelte.

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