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Amerikanischer Film

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Amerikanischer FilmAmerikanischer Film
Artikelgliederung
1

Einleitung

Amerikanischer Film, Geschichte des Films in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die USA sind seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts die dominierende Filmnation der Welt. In Hollywood entstanden ab etwa 1910 eine ganze Reihe großer Produktionsfirmen, die in den folgenden Jahrzehnten mit ihrem Erzählkino und der Herausbildung von Genres die Filmästhetik weltweit stark beeinflussten und den globalen Markt beherrschten. Der wichtigste Vertreter des frühen amerikanischen Films ist David Wark Griffith, der mit seinen Werken entscheidend zur technischen und ästhetischen Fortentwicklung des neuen Mediums beitrug. Weitere wichtige Repräsentanten des amerikanischen Films, die über fünf Jahrzehnte hochkarätige Werke schufen, sind u. a. John Ford und Howard Hawks. Das Hollywood-Kino wurde auch bestimmt durch eine ganze Reihe von europäischen Immigranten wie Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock, Ernst Lubitsch, Billy Wilder, Fritz Lang u. a. In den sechziger Jahren trat eine neue Generation von Filmemachern hervor, die unter dem Namen „New Hollywood” zusammengefasst werden, wie Robert Altman oder Francis Ford Coppola.

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Die Anfänge

Die erste öffentliche Filmvorführung in Amerika fand 1896 in New York statt. Der Vorführapparat stammte von dem Erfinder Thomas Alva Edison, dessen Gesellschaft die gezeigten Kurzfilme auch produziert hatte. Als Begründer des amerikanischen Erzählfilms wird Edwin S. Porter bezeichnet, der 1903 mit dem achtminütigen Streifen The Great Train Robbery (Der große Eisenbahnraub) eine innovative Montagetechnik verwendete und damit ein erstes Modell erzählender Filmdramaturgie schuf. Dieses Werk machte den Film zu einer Kunstform für die breite Masse; in der Folge entwickelten sich überall in den USA kleine Vorführhäuser, die so genannten Nickelodeons.

Porters Schüler David Wark Griffith entwickelte dessen Ansätze weiter, indem er Groß- und Detailaufnahmen sowie Parallelmontagen als spannungsfördernde Ausdrucksmittel verwandte, und wurde damit zum bedeutendsten Pionier des amerikanischen Stummfilms. Mit seinen Werken Birth of a Nation (1915; Geburt einer Nation) und Intolerance (1916; Intolerance) begründete er den amerikanischen Historienfilm.

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Das Hollywood der zwanziger Jahre

Zwischen 1915 und 1920 zog die Filmindustrie allmählich von der Ostküste nach Hollywood, wo neue Studios entstanden. Die Filmproduktion wurde zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig der USA; der amerikanische Film wurde internationaler und beherrschte bald den Weltmarkt. In dieser Zeit bildeten sich die großen Genres aus: Die Spielfilmgattungen Western, Kriminal-, Abenteuer-, Sciencefiction-, Horror- und Monumentalfilm erlebten unter Regisseuren wie Cecil B. De Mille, John Ford, Frank Capra, William Wyler und King Vidor ebenso eine erste Blüte wie die anspruchsvollen Werke der beiden beliebtesten Regisseure der Zeit, Ernst Lubitsch und Erich von Stroheim, oder der Dokumentarfilm (Robert Flaherty). Eine Besonderheit des amerikanischen Films ist die auf Verfolgungsjagden und Gags basierende Slapstick-Komödie, die bereits 1912 von Mack Sennett kreiert worden war. Sennetts Schule entstammte auch Charlie Chaplin (The Gold Rush, 1925; Goldrausch), weitere bedeutende Vertreter der Slapstick-Comedy waren Buster Keaton (The General, 1926; Der General), Harold Lloyd (The Freshman, 1925; Der Sportstudent) und das Duo Stan Laurel und Oliver Hardy (Big Business, 1929).

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Der Tonfilm

Mit der Einführung des Tonfilms Ende der zwanziger Jahre entstanden in den USA neue Filmgenres: Das Musical beherrschte mit zahlreichen Tanzfilmen (vor allem von Busby Berkley) ebenso die Leinwand wie der Gangsterfilm, der sich mit den aktuellen Themen wirtschaftliche Depression und Prohibition auseinandersetzte, z. B. Mervyn LeRoys Little Cesar (1930; Der kleine Caesar) und Howard Hawks’ Scarface (1932; Scarface). Die klassische Gattung des frühen Tonfilms wurde die Screwball-Comedy, die durch schnellen Handlungsrhythmus und respektlosen Humor gekennzeichnet ist (Capra, Hawks). Lubitsch perfektionierte das Genre, das dann vor allem von den Marx Brothers persifliert wurde.

Es entstand eine Vielzahl sozialkritischer Problemfilme, die sich u. a. mit dem Krieg beschäftigten (Lewis Milestones All Quiet on the Western Front, 1930; Im Westen nichts Neues), aber auch die trivialen Genres wurden ausgebaut. So erreichte der Horrorfilm in den frühen dreißiger Jahren seinen Höhepunkt (James Whales Frankenstein, 1931; Tod Brownings Dracula, 1931; Ernest Schoedsacks King Kong, 1933), und auch der Western erlebte eine neue Blüte. Kennzeichnend für diese Periode ist der Starkult, der um Schauspieler wie Marlene Dietrich, Mae West, Jean Harlow, Katherine Hepburn, Bette Davis, Humphrey Bogart oder Clark Gable betrieben wurde. Ende der dreißiger Jahre erlebte Shirley Temple als Kinderstar den Höhepunkt ihrer Popularität. Gegen Ende des Jahrzehnts setzte sich der Farbfilm durch, dessen Möglichkeiten sich vor allem Walt Disney in seinen Animationsfilmen um die Figuren Mickey Mouse und Donald Duck zunutze machte.

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