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Amerikanischer Film

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Amerikanischer FilmAmerikanischer Film
Artikelgliederung
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Die vierziger und fünfziger Jahre

Einen Wendepunkt für den amerikanischen Film bedeutete 1941 das Erscheinen von Orson Welles’ Citizen Kane (Citizen Kane): Welles verzichtete auf Chronologie und schuf durch einen neuartigen Gebrauch von Tiefenschärfe, Kameraperspektive und Toneffekten ein die Filmsprache revolutionierendes Kunstwerk. Die vierziger Jahre wurden vom Film Noir dominiert, dessen düstere, pessimistische Weltsicht sich vor allem in einer Vielzahl von Kriminalfilmen niederschlug, z. B. John Hustons The Maltese Falcon (1941; Die Spur des Falken; nach dem Roman von Dashiell Hammett), Billy Wilders Double Indemnity (1944; Frau ohne Gewissen) und Howard Hawks’ The Big Sleep (1946; Tote schlafen fest; nach dem Roman von Raymond Chandler).

Die Ausbreitung des Fernsehens begann das amerikanische Kino in den fünfziger Jahren ernsthaft zu bedrohen. Mit technischen Neuerungen (Breitwandverfahren: u. a. Cinemascope; 3-D-Film) und aufwendigen Ausstattungsfilmen (William Wylers Ben Hur, 1959; Ben Hur) versuchte die Filmindustrie, Zuschauer zurückzugewinnen. Das Melodram erlebte einen Höhepunkt durch die Filme von Douglas Sirk, z. B. Written on the Wind (1957; In den Wind geschrieben), und Vincente Minnelli, z. B. Some Came Running (1958; Verdammt sind sie alle). Auch die Popularität des Musicals blieb ungebrochen mit Werken wie Minnellis An American in Paris (1951; Ein Amerikaner in Paris) und Gigi (1958; Gigi). Der Western kam in seine klassische Phase; der Westernheld wurde differenzierter gezeichnet. Höhepunkte des Genres schufen z. B. Fred Zinnemann mit High Noon (1952; Zwölf Uhr mittags), John Ford mit The Searchers (1956; Der schwarze Falke), Anthony Mann mit The Naked Spur (1952; Nackte Gewalt), Budd Boetticher mit Decision at Sundawn (1957; Fahrkarte ins Jenseits), Samuel Fullers Forty Guns (1957; Vierzig Gewehre) oder Howard Hawks’ Rio Bravo (1959; Rio Bravo). Stars dieser Zeit waren u. a. Elizabeth Taylor, Grace Kelly, James Dean, Marlon Brando und Paul Newman. Marilyn Monroe, als Schauspielerin zumeist unterschätzt, hatte ihren Durchbruch mit Hawks’ Gentlemen Prefer Blondes (1953; Blondinen bevorzugt) und avancierte zum Sexsymbol. Der Thriller-Spezialist Alfred Hitchcock drehte ab 1939 in Hollywood eine ganze Reihe von Meisterwerken wie Rear Window (1954; Fenster zum Hof) oder Vertigo (1958; Aus dem Reich der Toten).

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Die sechziger und siebziger Jahre

Die vom Fernsehen hervorgerufene ökonomische Krise Hollywoods erreichte 1962 ihren Höhepunkt, was zur Folge hatte, dass nur die renommiertesten Regisseure noch Mittel für aufwendige Produktionen zur Verfügung hatten (Hawks, Huston, Ford, Hitchcock). Viele Filmemacher waren gezwungen, billige B-Filme herzustellen (Roger Corman, Samuel Fuller, Don Siegel). Erst nach einigen Jahren konnte sich eine neue Generation von Regisseuren etablieren, unter ihnen Stanley Kubrick mit seinen Sciencefictionfilmen 2001: A Space Odyssey (1968; 2001: Odyssee im Weltraum) und A Clockwork Orange (1971; Uhrwerk Orange), und die eine neue Komödienschule formierenden Jerry Lewis (Which Way to the Front, 1970; Wo, bitte, geht’s zur Front?), Woody Allen (Annie Hall, 1977; Der Stadtneurotiker) und Mel Brooks (Young Frankenstein, 1975; Frankenstein Junior). Der „New-Hollywood”-Bewegung, die sich Ende der sechziger Jahre gebildet hatte, um für größere gestalterische Freiheiten und weniger Abhängigkeit vom Kommerz zu kämpfen, waren Regisseure wie Dennis Hopper (Easy Rider, 1969; Easy Rider), Arthur Penn (Bonnie and Clyde, 1967; Bonnie und Clyde), Robert Altman (Nashville, 1975; Nashville), Peter Bogdanovich (The Last Picture Show, 1971; Die letzte Vorstellung), Francis Ford Coppola (The Godfather, 1971; Der Pate, Fortsetzungen 1974 und 1990; und Apocalypse Now, 1979; Apocalypse Now), Alan J. Pakula (Klute, 1970; Klute; und All the President’s Men, 1976; Die Unbestechlichen) sowie Martin Scorsese (Taxi Driver, 1976; Taxi Driver) verpflichtet.

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Der amerikanische Film der Gegenwart

Seit Mitte der siebziger Jahre hat der amerikanische Film seine schwere Krise überwunden. Da die großen Produktionsfirmen wieder rein absatzbezogen arbeiten, ist seit den achtziger Jahren ein Trend zu Fortsetzungen („Sequels”) von Erfolgsfilmen zu beobachten. Beispiele sind George Lucas’ Star-Wars-Filme (1977, 1980, 1983, 1999, 2002, 2005), die Rocky-Reihe mit Sylvester Stallone (1976, 1978, 1981, 1985, 1990), die Sciencefictionklassiker Alien mit Sigourney Weaver (1979, 1986, 1992, 1997), die Police-Academy-Filme (ab 1983) und die Terminator-Filme von James Cameron mit Arnold Schwarzenegger (1984, 1991, 2003). Außergewöhnlichen Erfolg hatten zudem die Indiana-Jones-Filme (1981, 1983, 1988) von Starregisseur Steven Spielberg, der mit Werken wie Jaws (1974; Der weiße Hai), E.T. – The Extraterrestrial (1982; E.T. – Der Außerirdische), Jurassic Park (1993; Jurassic Park), Schindler’s List (1993; Schindlers Liste) und Saving Private Ryan (1998; Der Soldat James Ryan) zu den herausragendsten Regisseuren Hollywoods zählt; sein Jurassic Park (1993) war der zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Film der Filmgeschichte. Von vornherein als Mehrteiler angelegt waren Peter Jacksons Fantasy-Trilogie Lord of the Rings (2001-2003; Der Herr der Ringe) nach J. R. R. Tolkien und die Verfilmungen der Harry-Potter-Romane von Joanne K. Rowling (seit 2000).

Weitere Erfolgsregisseure seit den achtziger Jahren, die mit ihren Werken oft die traditionellen Genres wiederbeleben oder weiterführen, sind u. a. Miloš Forman mit One Flew Over the Coocoos Nest (1975; Einer flog über das Kuckucksnest) und Amadeus (1984; Amadeus), Brian De Palma mit Dressed to kill (1980; Dressed to kill), The Untouchables (1986; The Untouchables – Die Unbestechlichen) und Mission: Impossible (1995; Mission: Impossible), Sydney Pollack mit Tootsie (1982; Tootsie) und Out of Africa (1985; Jenseits von Afrika), Alan Parker mit Birdy (1985; Birdy) und Mississippi Burning (1988; Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses), Oliver Stone mit Platoon (1986; Platoon), Born on the Forth of July (1986; Geboren am 4. Juli) und JFK (1991; John F. Kennedy – Tatort Dallas), David Lynch mit Blue Velvet (1986; Blue Velvet), Wild At Heart (1990; Wild At Heart) und Lost Highway (1997; Lost Highway), Barry Levinson mit Rain Man (1988; Rain Man) und Wag the Dog (1997; Wag the Dog), Peter Weir mit Dead Poets Society (1989; Der Club der toten Dichter) und The Truman Show (1998; Truman Show), Gus Van Sant mit My Own Private Idaho (1990; My Private Idaho) und Good Will Hunting (1997; Good Will Hunting), Jonathan Demme mit The Silence of the Lambs (1991; Das Schweigen der Lämmer) und Philadelphia (1993; Philadelphia), Robert Altman mit Short Cuts (1993; Short Cuts), Robert Zemeckis mit Forrest Gump (1994; Forrest Gump), Joel und Ethan Coen mit Fargo (1996; Fargo), James Cameron mit Titanic (1998; Titanic), dem bis dahin erfolgreichsten Film, sowie Sam Mendes mit American Beauty (2000; American Beauty). Wichtigster Vertreter des amerikanischen Independent-Films der Gegenwart ist Jim Jarmusch mit Down by Law (1986; Down by Law), Night on Earth (1991; Night on Earth) und Dead Man (1996; Dead Man). In den neunziger Jahren trat zudem mit Quentin Tarantino ein Regisseur hervor, der mit den ungewöhnlich erzählten Filmen Reservoir Dogs (1991; Reservoir Dogs – Wilde Hunde) und Pulp Fiction (1993; Pulp Fiction) Publikum und Kritik überzeugte und mit seinem schwarzen Humor und seiner nonchalanten Gewaltdarstellung großen Einfluss auf andere Regisseure hatte.

Die Hollywood-Produktionen der Gegenwart weisen einen ausgeprägten Hang zum Starkino auf. International populäre und bedeutende Schauspieler des amerikanischen Films seit den achtziger Jahren sind u. a. Clint Eastwood, Gene Hackman, Robert Redford, Jack Nicholson, Anthony Hopkins, Dustin Hoffman, Harvey Keitel, Al Pacino, Robert De Niro, Robin Williams, Pierce Brosnan, Denzel Washington, John Travolta, Tom Hanks, Kevin Spacey, George Clooney, Tom Cruise, Johnny Depp, Brad Pitt, Nicolas Cage, Russell Crowe, Matt Dillon, Keanu Reeves, Matt Damon und Leonardo DiCaprio; zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen zählen Glenn Close, Meryl Streep, Melanie Griffith, Michelle Pfeiffer, Sharon Stone, Meg Ryan, Demi Moore, Jodie Foster, Sandra Bullock, Julia Roberts, Nicole Kidman, Winona Ryder, Cameron Diaz und Gwyneth Paltrow. Der nach wie vor hohe Standard der Technik und die stilistische Vielfalt werden dafür sorgen, dass der amerikanische Film seine marktbeherrschende Stellung in den Kinos der Welt in absehbarer Zeit nicht abgeben wird.

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