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Windows Live® Suchergebnisse AnnoliedEnzyklopädieartikel
Annolied, vermutlich zwischen 1077 und 1081 entstandenes dreiteiliges mittelalterliches Geschichtsepos in 439 Reimpaaren um den Kölner Erzbischof Anno II., der auch weltliche Geschäfte führte und der Hauptverantwortliche für die brutale Niederschlagung des Kölner Aufstands von 1074 war. (Das Bild Annos im Mittelalter ist daher vorwiegend negativ.) Seine Bedeutung für die deutsche Literatur des Mittelalters liegt vor allem in der Transponierung eines komplexen biographischen und heilsgeschichtlichen Stoffes in die deutsche (mittelfränkische) Volkssprache. Als Verfasser des Annolieds vermutet man einen Mönch oder Kleriker aus dem Siegburger oder Kölner Raum, als Adressat ist der Adel und das Stadtbürgertum von Köln anzusehen. Das Lied ist unterteilt in eine Heilsgeschichte, den Abriss einer Weltgeschichte und die Lebensgeschichte Annos. Dabei bildet der zweite Teil eindeutig das Zentrum des Epos: Grundlage ist die Vorstellung einer von Gott in eine sinnlich-materielle und in eine übersinnlich-geistige Sphäre geteilten Welt, die aber im Menschen verbunden sind; dieser ist damit Körper- und Geistwesen zugleich. In diesem Dualismus einer Parallelität von Welt- und individueller Heilsgeschichte liegt das Programm der Dichtung: Der Weg des im Epos durch den heiligen Anno verkörperten Einzelnen ist jenem Weg nachgezeichnet, der durch die von Christus geschaffene Heilsgeschichte vorgegeben ist.
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