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Mittelmeer-Mönchsrobbe

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Mittelmeer-MönchsrobbeMittelmeer-Mönchsrobbe

Mittelmeer-Mönchsrobbe, im Mittelmeer lebende Hundsrobbenart.

Die Färbung der Mittelmeer-Mönchsrobbe ist oberseits dunkelbräunlich und unterseits grau, sie erinnert damit an eine Mönchskutte. Die bis 3,4 Meter großen Robben können etwa 320 Kilogramm schwer werden. Ihre Verbreitung reicht vom Schwarzen Meer über das Mittelmeer bis zur Nordwestküste Afrikas einschließlich Madeira und der Kanarischen Inseln. Die ortstreuen Mönchsrobben leben an ungestörten Stränden, wo sie zwischen September und Oktober nach elfmonatiger Tragzeit auch ihre Jungen zur Welt bringen. Nach sechs Wochen Stillzeit verlassen Mutter und Junges das Land, bleiben jedoch noch bis zu drei Jahre zusammen. Die Weibchen werden wahrscheinlich nur alle zwei Jahre trächtig. Die Geschlechtsreife tritt mit vier bis fünf Jahren ein, das Höchstalter beträgt etwa 30 Jahre. Die Nahrung der Mittelmeer-Mönchsrobbe besteht aus Fischen und Kopffüßern.

Die Mittelmeer-Mönchsrobbe ist akut vom Aussterben bedroht: Der Gesamtbestand umfasste 2002 nur noch etwa 250 Tiere. 1997 starb der weitaus größte Teil der bis dahin individuenreichsten Mönchsrobbenkolonie vor der Küste Mauretaniens, die aus etwa 330 Tieren bestanden hatte: Nur 60 Robben der Kolonie überlebten damals, 2002 wurden hier wieder 130 Tiere gezählt. Nach einem 1998 im Wissenschaftsmagazin Nature publizierten Bericht spanischer Forscher hatten die umgekommenen Robben über die Nahrungskette Algengift aufgenommen. Niederländische Forscher hatten dagegen zuvor berichtet, sie hätten Morbilliviren (siehe Staupe) in den Körpern toter Robben nachgewiesen; derartige Viren verursachten Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts und erneut 2002 auch Seehundsterben in der Nordsee. Der Bestand der störungsempfindlichen Mittelmeer-Mönchsrobben ist zudem durch Jagd (Fischer töten Mönchsrobben als vermeintliche Konkurrenten), Schleppnetze, Touristen, Sporttaucher und Meeresverschmutzung bedroht.

Eine weitere Art aus derselben Unterfamilie ist die Hawaii- oder Laysan-Mönchsrobbe, welche die Hawaii- und Laysan-Inseln besiedelt, und mit etwa 1 000 Individuen ebenfalls sehr stark gefährdet ist. Die in der Karibik und im Golf von Mexiko lebende Karibische Mönchsrobbe wurde vermutlich bereits (in der Mitte des 20. Jahrhunderts) ausgerottet.

Systematische Einordnung: Die Mittelmeer-Mönchsrobbe heißt zoologisch Monachus monachus, sie gehört zur Unterfamilie Monachinae der Familie Phocidae. Die Hawaii-Mönchsrobbe heißt Monachus schauinslandi und die Karibische Mönchsrobbe Monachus tropicalis.

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