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Montage

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Alfred DöblinAlfred Döblin

Montage, bis Mitte der sechziger Jahre oft auch synonym mit Collage verwendete Bezeichnung für die literarische Technik des Zusammenfügens heterogener sprachlicher, stilistischer oder inhaltlicher Teile. Obwohl Vorstufen wie die Cento-Dichtung bis in die Antike zurückführen, gilt die Montage als ein Stilmittel der Moderne. Ihre programmatische Begründung ist eng mit den avantgardistischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts, namentlich mit Expressionismus, Dadaismus, Futurismus und Surrealismus, verbunden; auch zeigt sie sich von dem in Film und bildender Kunst parallel entwickelten Verfahren beeinflusst. Die Art und Weise, wie Fremdmaterial in einen Haupttext montiert wird – parallel, kontrastierend oder leitmotivisch – hängt von der Wirkungsabsicht des Autors ab: Alfred Döblin etwa montierte Zeitungsausschnitte und Textfundstücke aus der großstädtischen Lebenswelt in seinen Roman Berlin Alexanderplatz (1929), um Authentizität zu erzielen; Gottfried Benn strebte mit seiner „Montagekunst” eine für die Lyrik neue Totalität an. Dem Drama eröffnete Karl Kraus mit Die letzten Tage der Menschheit (1918/19) durch die Montage selbstentlarvender Zitate neue sprach- und ideologiekritische Ausdrucksqualitäten; in der Erzählprosa von Arno Schmidt bewirkt die Montage die Destruktion des Zusammenhangs. Radikal-experimentelle, auf das Sprachmaterial bezogene und konstruktiv bestimmte Montagetechniken entwickelten die Mitglieder der Wiener Gruppe und die Vertreter der Konkreten Poesie. Innerhalb der Literaturwissenschaft ist die Methode u. a. Gegenstand der Intertextualität.

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