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Windows Live® Suchergebnisse MusicalEnzyklopädieartikel
Musical, (Kurzform für musical comedy: musikalische Komödie oder musical play: musikalisches Spiel), für den Film inszenierte Mischgattung aus Sprechstück, Tanzrevue und Singspiel. Songs, Tanznummern und die durchkomponierte Musik sind integrale Bestandteile der Handlung. Das Musical konnte erst mit der Entwicklung des Tonfilms entstehen. The Broadway Melody (1929, Regie: Harry Beaumont) gilt als der erste „all-talking, all-singing, all-dancing film” der Filmgeschichte; sein kommerzieller Erfolg löste eine Welle ähnlicher Potpourri-mäßig gebauter, visuell noch eher statischer Revuefilme aus (u. a. The Desert Song, 1929; Hollywood Revue of 1929). Die dreißiger Jahre wurden zur großen Zeit des Hollywood-Musicals: Ein Meister des schwungvollen Ausstattungsmusicals mit kaleidoskopartigen Tanzarrangements war der Choreograph Busby Berkeley u. a. mit 42nd Street (1933; Die 42. Straße) und Gold Diggers of 1935 (1935; Die Goldgräber von 1935). Dagegen waren die handlungsbetonten musikalischen Komödien Ernst Lubitschs noch mehr der europäischen Operettentradition verpflichtet (u. a. One hour with you, 1932; Eine Stunde mit Dir). Eine Synthese der aufwendigen Tanzfilme Berkeleys und der Komödien Lubitschs gelang dem Tänzer Fred Astaire und seiner Partnerin Ginger Rogers in Filmen wie Top hat (1935; Ich tanz mich in dein Herz hinein), Swing Time (1936; Swing Time) oder Shall we dance (1937; Tanz mit mir). Während der dreißiger und vierziger Jahre verfügten alle großen Hollywood-Studios über eigene Musical-Stars (z. B. Paramount Bing Crosby, Twentieth Century-Fox Betty Grable, Metro Goldwyn Mayer Judy Garland). Mit den Filmen An American in Paris (1951; Ein Amerikaner in Paris) oder Gigi (1958, Gigi) von Vincente Minnelli sowie On the town (1949, Heute gehen wir bummeln) und Singin’ in the Rain (1952; Du sollst mein Glücksstern sein) von Gene Kelly, der als Regisseur, Choreograph und Darsteller Gesang und Tanz wohl am überzeugendsten in den Film integrierte, erreichte das amerikanische Musical seinen Höhepunkt. Eine Trendwende leiteten gegen Ende der fünfziger Jahre die Verfilmungen von Bühnenmusicals ein, die sich durch intimere Handlung und psychologisch differenzierte Charaktere von den älteren Märchen- und Revuemusicals unterschieden. Besonders erfolgreiche Beispiele dieser für den Film adaptierten Musicals waren Frederick Loewes My Fair Lady (1956, verfilmt 1964), Leonard Bernsteins West Side Story (1957, verfilmt 1960), Andrew Lloyd Webbers Jesus Christ Superstar (1971, verfilmt 1973), Richard O’Briens The Rocky Horror Show (1973, verfilmt 1975 als The Rocky Horror Picture Show) und A Chorus Line (1975, verfilmt 1985 von Richard Attenborough mit Michael Douglas). Bob Fosse gelang mit Cabaret (1972; Cabaret) eine Innovation des Genres, indem er Musicalelemente in eine Spielfilmhandlung integrierte. Nach einer rund 20-jährigen Phase ohne bedeutende Beiträge zu diesem Genre sorgten Alan Parker mit Evita (1996; Evita, nach Lloyd Webber, mit Madonna), Baz Luhrmann mit Moulin Rouge (2001; Moulin Rouge, mit Nicole Kidman) und Rob Marshall mit Chicago (2002; Chicago, mit Renée Zellweger, Catherine Zeta-Jones und Richard Gere) für eine Wiederbelebung des Filmmusicals.
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