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  • Die Muslimbruderschaft

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  • Innenministerium NRW - Muslimbruderschaft

    Die 1928 vom ägyptischen Volksschullehrer Hassan al-Banna gegründete 'Muslimbruderschaft' will das "wahre Wesen" des Islam wieder zum Leben erwecken.

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Muslimbruderschaft

Enzyklopädieartikel

Muslimbruderschaft, auch Muslimbrüder, vor allem in Ägypten aktive fundamentalistische islamische Reformbewegung, die 1928 von dem ägyptischen Reformer Hasan Al-Banna gegründet wurde. Ableger der Muslimbruderschaft gibt es auch in anderen arabischen Ländern, insbesondere im Sudan und in Syrien sowie in Palästina. Verwandte Bewegungen finden sich im Iran (Kämpfer des Islam), in Indien und Pakistan (Vereinigung des Islam). Einer ihrer bekanntesten Ableger ist die palästinensische Hamas.

Die Muslimbruderschaft wendet sich gegen die zunehmenden Einflüsse des Westens, gegen Modernisierung und Verweltlichung und fordert eine an Koran und Hadith orientierte Staats- und Gesellschaftsordnung. Gewalt galt der Bruderschaft lange als legitimes politisches Mittel, bis sie in jüngster Zeit mehr und mehr demokratische Prinzipien adaptierte. Ab 1945 wurde die Bruderschaft in Ägypten zu einer Massenbewegung. Neben Industriebetrieben als wirtschaftlichem Fundament verfügte sie über Zeitungen und Schulen, mit deren Hilfe sie Einfluss ausübte, und sie engagierte sich im Sozial- und Gesundheitswesen, aber auch in der militärischen Ausbildung und beteiligte sich mit militärischen Einheiten an den ersten Konflikten der arabischen Länder gegen Israel.

Nach einem missglückten Attentat auf den ägyptischen Präsidenten Gamal Abd el-Nasser 1954 wurde die Bruderschaft verboten, einige Führungsmitglieder wurden hingerichtet, andere zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Ab den sechziger Jahren kam es zu einem Wiedererstarken der Muslimbruderschaft, und infolge der Islamischen Revolution im Iran (1979) erlebte die Organisation, obwohl weiterhin verboten und verfolgt, sowohl in Ägypten als auch in der übrigen arabischen Welt einen neuerlichen Aufschwung. In Ägypten haben sich die Muslimbrüder trotz der Repressionen seitens der Staatsgewalt inzwischen als starke politische Opposition etabliert: Seit den Parlamentswahlen von 2005 stellen ihre Kandidaten (die wegen des fortdauernden Verbots der Organisation als Unabhängige hatten antreten müssen) die größte Oppositionsfraktion im Parlament. Ein Grund für ihre hohe Akzeptanz in der Bevölkerung ist ihr soziales Wirken, insbesondere in den Armenvierteln der großen Städte.

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