Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse NatternEnzyklopädieartikel
Nattern, weit verbreitete und artenreichste Familie der Schlangen. Nattern sind mit elf Unterfamilien und 2 500 Arten fast weltweit verbreitet. Sie fehlen nur in den für Reptilien ungünstigen, sehr kalten Regionen der Erde, auf einigen Inseln (z. B. Irland und Neuseeland) und dem Großteil Australiens. Da in dieser Familie zum Teil sehr unterschiedliche Formen zusammengefasst werden, ist es fraglich, ob es sich bei den Nattern um eine natürliche Einheit handelt: Ihre Systematik und die verwandter Familien ist noch umstritten. Nattern zeichnen sich durch einen verhältnismäßig langen Schwanz, ein weit dehnbares Maul, stark bezahnte Kieferknochen und einen meist deutlich vom Hals abgesetzten Kopf aus. Sie besitzen bis auf die Trugnattern und einige Vertreter der Echten Nattern keine Giftzähne. Auch die giftigen Arten sind meist für den Menschen ungefährlich. In Europa leben Vertreter zweier Unterfamilien, zu denen die Mehrzahl der hier vorkommenden Schlangenarten gehören. Alle europäischen Formen weisen große Kopfschilder auf, wodurch sie sich von den hier verbreiteten Schlangen anderer Familien unterscheiden lassen. In Mitteleuropa kommen vier Arten aus der Familie der Nattern vor. Die Ringelnatter ist in Europa in feuchten Biotopen weit verbreitet, sie kann eine Länge von mehr als einem Meter erreichen. Nahe verwandt ist die in Mitteleuropa lokal verbreitete, kleinere Würfelnatter. Diese Natternart ist stark an Wasser gebunden. Sie kann sich bis zu mehreren Stunden unter Wasser aufhalten. Die Äskulapnatter kann eine Länge von etwa zwei Metern erreichen und ist damit die größte Schlange Mitteleuropas. Als mediterrane Art gelangt sie in Mitteleuropa an die Nordgrenze ihrer Verbreitung. Sie kommt in Mitteleuropa in voneinander isolierten Populationen an trockenen und warmen Standorten vor. Ebenfalls ihren Verbreitungsschwerpunkt in mediterranen Gebieten hat die Glatt- oder Schlingnatter, die eine Länge von 80 Zentimetern erreicht und sich hauptsächlich von kleinen Reptilien ernährt, die sie durch Umschlingen tötet. Wie US-amerikanische Forscher 2002 in Nature berichteten, reißt eine in Mangrovensümpfen Singapurs lebende Natter aus ihrer Beute (Krebse) Stücke heraus, die sie verschlingt. Auf diese Weise kann sie sich auch von Beutetieren ernähren, die sie als Ganzes nicht bewältigen könnte. Um die Beute festzuhalten, bildet sie mit ihrem Körper eine Schleife. Von Schlangen war bislang nur bekannt, dass sie ihre Beute als Ganzes „im Stück” verschlingen. Systematische Einordnung: Nattern bilden die Familie Colubridae der Ordnung Squamata. Die Ringelnatter heißt zoologisch Natrix natrix, die Würfelnatter Natrix tesselata, die Äskulapnatter Elaphe longissima und die Glattnatter Coronella austriaca. Die in Singapur lebende Art, über die in Nature berichtet wurde, trägt den Namen Gerarda prevostiana.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |