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Friedrich Nicolai

Enzyklopädieartikel

Friedrich Nicolai (1733-1811), Schriftsteller und Literaturkritiker. Er war einer der bedeutendsten deutschen Vertreter der Spätaufklärung.

Nicolai wurde am 18. März 1733 in Berlin geboren. 1749 begann er eine Buchhändlerlehre in Frankfurt an der Oder und trat 1752 in die Verlagsbuchhandlung seines Vaters ein, deren Leitung 1758 an ihn überging. Die Herausgabe der Briefe über den itzigen Zustand der schönen Wissenschaften in Deutschland (1755) führte zu einer freundschaftlichen Beziehung zu Gotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn. Vor allem mit Lessing entfaltete Nicolai in den folgenden Jahren eine breit angelegte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Literaturkritik, aus der die Briefe, die neueste Literatur betreffend (1759-1765) hervorgingen. Ab 1765 wurde die bis 1805 von ihm herausgegebene Allgemeine deutsche Bibliothek (107 Bde., 10 Registerbände) Nicolais umfangreichstes Rezensionsorgan. Seine Kritiken, die oft vorschnell den Vorwurf des Irrationalismus erhoben, führten zu Auseinandersetzungen mit Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte, Johann Wolfgang von Goethe (u. a. Die Freuden des jungen Werthers, 1775), Friedrich von Schiller und den Frühromantikern. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts galt Nicolai in vielen Kreisen als paradigmatischer Vertreter eines beschränkten Nützlichkeitsdenkens. Der Autor starb am 8. Januar 1811 in Berlin.

In seinen literarischen Arbeiten trat Nicolai vor allem auf dem Gebiet der Satire hervor. Sein Hauptwerk ist der dreibändige Roman Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker (1773-1776), der von dem prosaischen Alltagsleben eines Dorfpastors erzählt. Kritisiert werden zunächst empfindsame und religiöse Schwärmereien; der Roman erweitert sich jedoch bald zur Gelehrten- und zur Literatursatire. Die Ziele der Aufklärungsepoche erscheinen hier in einem sehr viel selbstkritischeren Licht als in Nicolais Rezensionen.

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