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Windows Live® Suchergebnisse Eurasischer LuchsEnzyklopädieartikel
Eurasischer Luchs, auch Nordluchs oder Luchs, größte europäische Katzenart. Der Eurasische Luchs bewohnt die Wälder des gemäßigten und kalten Eurasiens, Schwerpunkt seiner Verbreitung ist die russische Taiga. In Europa ist der Luchs das drittgrößte Raubtier (nach Braunbär und Wolf): Er hat eine Kopfrumpflänge von 0,8 bis 1,1 Metern und wiegt etwa 15 bis 35 Kilogramm; Männchen sind größer und schwerer als Weibchen. Der für eine Katze relativ hochbeinige Luchs hat kräftige, breite Pfoten mit einziehbaren Krallen, einen runden Kopf, Ohren mit Haarpinseln und einen kurzen Schwanz. Sein Fell ist sehr dicht, fahl gelbgrau bis rötlich gelb mit einem im Winter verblassenden Flecken- oder Streifenmuster. Die breiten, auch unterseits behaarten und damit gut gegen Kälte isolierten Pfoten erlauben es dem Luchs, über feste Schneedecken zu laufen ohne einzusinken; andererseits ermöglichen ihm sein langen Beine auch die Fortbewegung in hohem, lockerem Neuschnee. Die Reviere Eurasischer Luchse sind je nach Nahrungsangebot mindestens zehn, zumeist jedoch etwa 100 bis 400 Quadratkilometer groß. Die Luchse sind vor allem in der Dämmerung und nachts auf Beutesuche. Sie ernähren sich vorzugsweise von Säugetieren, insbesondere Paarhufern bis etwa Rehgröße, erbeuten jedoch auch bodenbewohnende Vögel wie Raufußhühner; größere Beute töten sie mit einem Biss in das Genick oder die Kehle. Angriffe auf Menschen sind nicht bekannt. Die Paarungszeit ist zumeist im März oder April. Nach einer Tragzeit von etwa zehn Wochen bringt das Weibchen in einem geschützten Quartier, etwa unter einem Felsüberhang oder unter den Wurzeln eines umgestürzten Baumes, ein bis vier (zumeist zwei oder drei) Junge zur Welt. Die Jungen werden rund drei Monate gesäugt und bleiben ungefähr ein Jahr bei der Mutter. Vor allem junge Luchse fallen gelegentlich großen Raubtieren wie Braunbären und Wölfen zum Opfer. Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind Eurasische Luchse Einzelgänger. Im Freiland werden sie maximal etwa 15 Jahre alt, in Gefangenschaft 25 Jahre. Der Luchs war bis Mitte des 20. Jahrhunderts fast überall in West- und Mitteleuropa ausgerottet, in Deutschland bereits um 1850. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Luchse u. a. in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland (im Bayerischen Wald und im Harz) ausgewildert, zudem wanderten osteuropäische Luchse nach Mitteleuropa ein. Luchsvorkommen gibt es in Deutschland u. a. auch in den Alpen und in oberfränkischen Wäldern. Der eurasische Gesamtbestand umfasst etwa 50 000 Luchse. Systematische Einordnung: Der Eurasische Luchs heißt mit wissenschaftlichem Namen Lynx lynx. Er gehört zur Familie Felidae.
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