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Orden

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Einleitung

Orden, im Sinne des katholischen Kirchenrechts (ab dem 12. Jahrhundert) Bezeichnung für klösterliche Gemeinschaften, die unter einem Oberen stehen (Abteien, Stifte, Priorate), deren Mitglieder nach einer Probezeit (Noviziat) durch feierliche Leistung des Ordensgelübdes (Profess) in den Ordensstand eintreten und sich lebenslang an ihn binden. Zu den für alle Orden verbindlichen Gelübden gehören die der persönlichen Armut, des Gehorsams und der Keuschheit. Ordensbrüder oder -schwestern leben in Verfolgung eines gemeinsamen religiösen Zieles nach einer gemeinsamen, verbindlichen und vom Papst approbierten Ordensregel. Man unterscheidet Männer- und Frauenorden, Laien- und Priesterorden sowie nach ihrer Tätigkeit kontemplative, aktive oder gemischte Orden, bei denen innerklösterliche Kontemplation mit seelsorgerischer oder sozialer Tätigkeit verbunden wird.

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Geschichte der Orden

Die Ursprünge des Ordenslebens stecken in der christlichen Askese. Wenngleich die Schriften des Neuen Testaments die Christen nicht zu asketischer Lebensweise drängten, da ja auch Christus selbst kein Asket war, enthielten sie doch Feststellungen und Forderungen, die auf sie als Ideal hinwiesen. Entscheidend für die Entwicklung der christlichen Askese war jedoch die Konkurrenzsituation gegenüber der zum Ideal erhobenen asketischen Lebensweise, die im hellenistischen und jüdischen Kulturkreis von einzelnen Persönlichkeiten vorgelebt wurde. Bei der Entwicklung des christlichen Mönchtums spielte die Wüstenaskese eine sehr große Rolle. Monastisches Musterland war Ägypten, in dem sich Eremitenkolonien bildeten. Als große Gestalt hebt sich dort der Ägypter Antonius aus der namenlosen Schar der Wüstenasketen ab. Die Schöpfung des gemeinsamen Klosterlebens ist mit dem Namen des Pachomius (um 287 bis 346 n. Chr.) verbunden, der diejenigen Kräfte des Eremitentums, die auf stärkeren Zusammenschluss drängten, sammelte. Er hat eine eng an das Evangelium angelehnte Ordensregel mit Arbeitspflicht der Mönche für ihren Unterhalt aufgestellt. Seine Klöster wurden ungewollt zu blühenden Wirtschaftsunternehmen und gingen als asketische Glaubensgemeinschaften unter. Nachhaltig auf das Abendland wirkten die Mönchsgemeinschaften der Kirchenväter Ambrosius (um 340-397) und Augustinus (354-430) ein, in denen sich im Gegensatz zu den bisherigen Formen Kleriker zusammenfanden. Zum „Vater des abendländischen Mönchtums” wurde Benedikt von Nursia (um 480-547), der Gründer des Klosters Montecassino, dessen Regel wegweisend wurde. Ihre Pfeiler waren die drei Mönchsgelübde: Verbot des Klosterwechsels, sittenreines Leben und Gehorsam. Der Lebensablauf der Mönche war minutiös geregelt, wobei Gebet, Arbeit, gemeinsames Essen und Ruhepausen abwechselten.

Erst im 11. und 12. Jahrhundert entstanden neuartige Orden. Zielsetzungen waren: Eremitentum und Wanderpredigt (Camaldulenser, Kartäuser, Zisterzienser und Prämonstratenser), soziale Anliegen (Antoniter, Johanniter). Kurz nach der Eroberung Jerusalems wurde 1119 zum Schutz der heiligen Stätten der Templerorden gegründet, der Prototyp der verschiedenen Ritterorden wurde. Im 13. Jahrhundert entstanden die durch kollektive Armut gekennzeichneten Bettelorden (Franziskaner, Dominikaner, Karmeliter und Augustiner-Eremiten), die sich Mission, Seelsorge und Wissenschaft zum Ziel erkoren hatten. Auch in der Neuzeit sind noch eine Reihe von Orden mit verschiedener Zielsetzung entstanden (z. B. Jesuiten, Englische Fräulein oder Redemptoristen).

Siehe auch Mönchtum; Nonne

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