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Paul I. Petrowitsch (Russland)

Enzyklopädieartikel

Paul I. Petrowitsch (Russland), (russisch Pawel I. Petrowitsch; 1754-1801), Zar von Russland (1796-1801). Paul wurde am 1. Oktober 1754 in Sankt Petersburg geboren. 1796 folgte er seiner Mutter Katharina II., der Großen, die ihn von allen Staatsgeschäften ferngehalten hatte, auf den russischen Thron nach. In Reaktion auf die Besetzung Maltas durch Napoleon I. 1798 schloss sich Paul, Schutzherr und Großmeister des Malteserordens, der zweiten Koalition gegen Frankreich an (siehe Koalitionskriege), verließ das Bündnis jedoch trotz einiger Erfolge der russischen Truppen unter Aleksandr W. Suworow Ende 1799, da er sich von Österreich und England betrogen glaubte. 1800 wechselte er auf die Seite Napoleons über und versuchte, eine Koalition gegen England zustande zu bringen, um u. a. Malta für den Malteserorden zu befreien. 1801 besetzte er Georgien, um von dort aus nach Indien vorzudringen.

Im Inneren verschärfte Paul die Unterdrückung, verbesserte aber auch den Schutz der Leibeigenen und baute die Ministerien aus; daneben regelte er die Erbfolge in Russland durch die Einführung der Primogenitur. Mit seinem Despotismus nach innen und seinem planlosen Agieren nach außen provozierte er den Widerstand seiner Offiziere; am 24. März 1801 wurde er in Sankt Petersburg ermordet.

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