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Windows Live® Suchergebnisse FotorealismusEnzyklopädieartikel
Fotorealismus, Kunstrichtung seit 1960, die mit hyperrealistischen Gemälden und Skulpturen die Wahrnehmung der Wirklichkeit thematisiert. Der Fotorealismus entstand in den USA und wandte sich wie die Pop-Art gegen den Subjektivismus des Abstrakten Expressionismus und des Informel. Einerseits griff der Fotorealismus auf realistische Traditionen zurück, so auf den amerikanischen Precisionism (Präzisionismus) der zwanziger und dreißiger Jahre. Doch andererseits stellte er gleichzeitig den Illusionismus durch verschiedene Techniken der Übersteigerung in Frage. Extreme Perspektiven, riesige Formate, die teilweise an das Cinemascope des Kinos erinnern, sowie Verzerrungen durch Weitwinkel führten das von einem Foto auf die Leinwand projizierte und dort akribisch ausgemalte Bild über die bloße Abbildlichkeit hinaus. Die kontrolliert genauen Wiedergaben wirklicher Gegenstände, Situationen, Gebäude usw. wirken in ihrer grellen Spiegelungsfunktion nicht selten schockierend und provozierend. Zu den hervorragenden Vertretern des Fotorealismus gehören u. a. die amerikanischen Maler Robert Bechtle (’71 Buick; 1972, Guggenheim-Museum, New York), Chuck Close (Self-portrait; 1968, Walker Art Center, Minneapolis), Robert Cottingham, Richard Estes (Foodshop; 1967, Museum Ludwig, Köln), Audrey Flack, Richard McLean und Malcolm Morley, die europäischen Maler John Salt und Franz Gertsch sowie Angehörige der Malergruppe „Zebra”. Im Bereich der Skulptur sind vor allem Duane Hanson und John De Andrea zu nennen. Für Hansons Figuren, wie Frau mit Umhängetasche (1974; Museum Ludwig, Köln) oder Putzfrau (1972; Staatsgalerie, Stuttgart), werden Gipsabdrücke nach den lebenden Modellen hergestellt und in Kunstharz bzw. Polyester bis ins kleinste Detail (Perücken, Accessoires usw.) nachgeschaffen, so dass diese Figuren wie lebendig erstarrt erscheinen.
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