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Windows Live® Suchergebnisse PsychosomatikEnzyklopädieartikel
Psychosomatik, Teilgebiet der Medizin, das sich mit den psychologischen, biologischen und sozialen Bedingungen von Erkrankungen beschäftigt. Psychosomatik verstand sich von Beginn an als Gegenpol zur einseitig somatisch (auf den Körper bezogen) ausgerichteten Betrachtungsweise in der Medizin und versuchte, den seit Descartes in der europäischen Ideengeschichte vorherrschenden Dualismus von Leib und Seele durch eine ganzheitliche Betrachtung aufzuheben. Das Hauptinteresse der psychosomatischen Medizin konzentrierte sich auf den Zusammenhang zwischen emotionalen Prozessen und Erkrankungen, bei denen ein klares organisches Substrat nicht ermittelt werden konnte oder der Organbefund Art und Ausmaß des Gesamtbildes einer Krankheit nicht wesentlich erklärte. Ursprünglich war die Psychosomatik eng mit der psychoanalytischen Theorie und Therapie verbunden. Als Ursache wurden ungelöste und unbewusst wirkende Konflikte angenommen, die eine krank machende Auswirkung haben sollen. Die Forschungen im Bereich der psychosomatischen Medizin richteten sich insbesondere auf Erkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck, chronische Magen-Darm-Erkrankungen oder rheumatische Arthritis. Die vorgeschlagenen Therapieansätze bezogen sich demzufolge auf die Lösung der den Erkrankungen zugrunde liegenden Konflikte anhand von psychoanalytisch ausgerichteten Behandlungsverfahren. Neuere Forschungsarbeiten von Vertretern der psychosomatischen Medizin belegen allerdings, dass die meisten Hypothesen über ein spezifisches emotionales Konfliktmuster als Ursache für bestimmte Erkrankungen nicht empirisch abgesichert werden konnten. Dennoch ist die psychoanalytische Orientierung in der psychosomatischen Medizin auch heute noch weit verbreitet. In den vergangenen 20 Jahren fand jedoch insgesamt ein Wandel der Konzepte über die Ursachen, Entwicklungsprozesse und Behandlungsverfahren der meisten Krankheiten statt. So wächst die Überzeugung, dass bei vielen Krankheiten auch verhaltensbezogene Einflüsse und Umweltfaktoren eine große Bedeutung haben können. Aus diesem Grund entstand 1977 eine weitere Disziplin, die Verhaltensmedizin. Diese versucht, das Zusammenwirken von biologischen und verhaltenswissenschaftlichen Faktoren bei der Entstehung und Behandlung von Krankheiten spezifisch für einzelne Störungen zu einem Erklärungsmodell zusammenzufassen, das durch empirische und experimentelle Untersuchungen zu sichern ist. Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts gewinnt in der Psychosomatik die Psychoneuroimmunologie zunehmend an Bedeutung. Hierbei handelt es sich um ein interdisziplinäres Gebiet, das die wechselseitigen Beeinflussungen zwischen dem zentralen Nervensystem (siehe Gehirn), dem endokrinen System (System der Drüsen) und dem Immunsystem (System zur körpereigenen Abwehr von Krankheitskeimen) erforscht. Offenbar ist es möglich, durch psychotherapeutische Verfahren eine Verbesserung der Abwehrkräfte des Immunsystems zu erreichen.
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