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Unterart

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Unterart, auch geographische Rasse, systematische Kategorie unterhalb der Art.

Die systematische Grundeinheit der Lebewesen ist die Art. Diese besteht aus einer großen Vielzahl von phäno- und genotypisch unterschiedlichen Individuen, die wiederum Populationen bilden. Sind diese Populationen über ein großes Verbreitungsgebiet verteilt oder an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst, kann es über die Mechanismen der Evolution zur Bildung von Unterarten (oder Rassen) kommen. Individuen verschiedener Rassen können sich aber immer noch fruchtbar kreuzen. Rassen sind im Gegensatz zu Arten offene genetische Systeme. Differenzierungsprozesse können durch Verschmelzung von Rassen wieder rückgängig gemacht werden. Bilden sich mehrere Rassen aus, spricht man von polytypischen Arten, bei nur einem Rassenkreis handelt es sich um monotypische Arten. Die Rassenvermischungen treten insbesondere im Übergangsbereich der Verbreitungsgebiete auf, es entstehen Bastardisierungszonen.

Verteilen sich Lokalpopulationen einer Art großräumig über ein Verbreitungsgebiet, können einige soweit voneinander entfernt sein, dass der Genfluss stark eingeschränkt oder völlig unterbunden ist. Dies führt aufgrund der Gendrift zu Merkmalsverschiebungen. Erreicht die Merkmalsdivergenz ein gewisses Ausmaß, so entstehen geographische Rassen. Die geographisch bedingte Rassenbildung zeigt sich deutlich am Beispiel der Schwanzmeise, die von Skandinavien über Mittel- und Südeuropa bis nach Kleinasien verbreitet ist. Durch farbliche Variationen des Gefieders können die einzelnen Subspezies unterschieden werden.

Vor allem bei Pflanzen gibt es noch eine zweite Möglichkeit der Rassenbildung. Lokale Populationen mit besonderen Anpassungen an bestimmte Standortbedingungen können als so genannte Ökotypen oder ökologische Rassen unterschieden werden. Die Übergänge zwischen ökologischen und geographischen Rassen sind aber fließend, da viele ökologische Rassen naturgemäß auch geographisch isoliert sind. Eine Rassendifferenzierung kann auch zur Artbildung führen. Dieser evolutionäre Prozess zeigt das Beispiel der Kohlmeise. Englische und indische Kohlmeisen sind gesanglich derartig unterschiedlich geworden, dass unter natürlichen Bedingungen bereits eine Fortpflanzungsisolation und damit eine Artbildung einsetzt.

Siehe auch Rasse (Haustiere)

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