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Revue

Enzyklopädieartikel

Revue (französisch: Rückblick, Rundschau, Parade), innerhalb der Publizistik Teil des Titels zahlreicher – vor allem französischer – Zeitschriften, im Bereich des Theaters ein locker gefasstes und effektvoll ausgestaltetes Bühnenspektakel, das Lieder, Tänze, artistische Darbietungen, Szenen und Conférencen aneinanderreiht. (siehe Vaudeville; Minstrel Show; Bühnenmusik.)

Hervorgegangen aus dem französischen Jahrmarktstheater im 18. Jahrhundert, fand die Revue ihre erste wichtige Ausprägung in der so genannten Revue de fin d’année (Revue am Jahresende), in der, neben frivolen und lustigen Gesangs- und Tanznummern, die Ereignisse des jeweils vergangenen Jahres ihre satirische Darstellung fanden. Die politisch bzw. gesellschaftskritisch orientierte Revue wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Ausstattungsrevue abgelöst, die dem Paris des Fin de Siècle ihr unterhaltsames Gepräge gab. Diese prunkvollen und teilweise erotisch anzüglichen Shows, wie sie im Folies-Bergère, im 1903 gegründeten Moulin Rouge und im 1917 gegründeten Casino de Paris gegeben wurden, fanden bald Nachahmer in New York, London und Wien, wo Musical und Operette sich von Revueelementen anregen ließen. 1907 schuf Florenz Ziegfeld mit seinen Ziegfeld Follies in den USA die große Tanzrevue. In Berlin folgten auf patriotische Revuen während des 1. Weltkriegs nach 1918 große Ausstattungsrevuen im Admiralspalast und in der Komischen Oper. Eine Revue mit kabarettistischen Einlagen schuf der Autor Friedrich Hollaender im Theater des Westens, wo u. a. Josephine Baker Erfolge feierte. Erwin Piscator stellte mit der Revue Roter Rummel 1924 die Revue im Rahmen seines politischen Theaters in den Dienst der kommunistischen Partei. Nach dem 2. Weltkrieg herrschte zunächt die Kabarettrevue vor. In den sechziger Jahren nahm Peter Zadek Revueelemente in seine Bearbeitung von Romanen Hans Falladas auf.

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