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Windows Live® Suchergebnisse Literarische SalonsEnzyklopädieartikel
Literarische Salons, seit dem 16. Jahrhundert übliche und bis ins 19. Jahrhundert hinein etablierte regelmäßig stattfindende Zusammenkünfte künstlerisch-literarischer Zirkel auf Einladung einer gebildeten Dame der Gesellschaft. Die ersten Salons dieser Art entstanden in Frankreich. Berühmtheit erlangte der Salon der Marquise Cathérine de Rambouillet, in dem sich zwischen 1613 und 1650 viele der einflussreichsten Männer der Zeit begegneten, darunter François de Malherbe, Armand-Jean Richelieu und Pierre Corneille. Gewisse literarische Formen wie der Brief, das galante Sonett oder die moralische Maxime, aber auch gesellschaftliche Konventionen wie die gebildete Konversation (bon gout) stehen in engem Zusammenhang mit der Salonkultur. Herausragende Bedeutung erlangten die Pariser Salons in der Zeit der Aufklärung. In den Salons der Anne-Thérèse Marquise de Lambert und der Madame Louise Florence Epinay verkehrten u. a. Bernard Le Bovier de Fontenelle, Charles de Montesquieu, Pierre de Marivaux, Jean le Rond d’Alembert, Denis Diderot und Jean-Jacques Rousseau. Im deutschsprachigen Raum entfaltete sich die Salonkultur erst im ausgehenden 18. Jahrhundert. Zentren waren Weimar mit dem Musenhof der Herzoginwitwe Anna Amalia und dem Salon von Johanna Schopenhauer, Jena mit Karoline Schlegel als Gastgeberin der Frühromantiker, Wien mit dem Salon von Karoline Greiner und ihre Tochter Karoline Pichler sowie (vor allem) Berlin, wo es Damen des emanzipierten jüdischen Großbürgertums gelang, mit ihren Salons Zentren des geselligen und kulturellen Austauschs zu bilden; dazu gehörten Rahel Varnhagen, Henriette Herz und Sara Levy. Im ausgehenden 19. Jahrhundert ersetzten programmatisch ausgerichtete politische und literarische Gesellschaften, Dichterkreise und ähnliche Versammlungen die Salons als Ort geistreicher literarischer Kommunikation.
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