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Singhalesen

Enzyklopädieartikel

Singhalesen, staatstragende und größte ethnische Gruppe in Sri Lanka, zu der etwa 16 Millionen Menschen bzw. etwa drei Viertel der Gesamtbevölkerung des Inselstaates gehören. Sie sprechen eine indogermanische Sprache, die Singhala genannt wird.

Die Gesellschaft der Singhalesen, die nach der Überlieferung bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. vor allem aus Bengalen nach Sri Lanka einwanderten, ist hierarchisch organisiert. Sie basiert auf einem Kastenwesen, das sich nach wirtschaftlichen Kriterien definiert. Neben der sozial am höchsten eingestuften Kaste der Goyigama, der die selbständigen Bauern angehören, ist vor allem die Kaste der Karava bekannt geworden, die in der Volkswirtschaft Sri Lankas eine wichtige Rolle spielt. Neben den Fischern zählen zu dieser Kaste unter anderem die Maskenschnitzer. Die aus dem Holz des Kadurubaums (Brechnuss) hergestellten Masken werden für Maskentänze (Kolam) aber auch bei religiösen Riten verwendet. Zu den Karava zählen mehr als zwei Millionen Menschen, die in der Mehrzahl in den Fischerdörfern im Westen des Landes leben. Traditionell nehmen sie einen niedrigen sozialen Rang ein, haben im Zug der Entwicklungen in den letzten Jahren jedoch in der gesellschaftlichen Hierarchie zum Teil aufsteigen können. So finden sich heute in wichtigen wirtschaftlichen und politischen Funktionen auch Karava.

Die Singhalesen sind in der überwältigenden Mehrzahl Anhänger des Theravada-Buddhismus, der Kunst und Architektur entscheidend beeinflusste und der mit traditionellen religiösen Vorstellungen vermischt ist. So findet sich auch der Glaube an Götter (Deva) und Dämonen (Yakku). Sowohl bei der Religionsausübung als auch bei der Krankenheilung spielen rituelle Maskentänze (Sanniya) eine wichtige Rolle.

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