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Sonnwendfeiern

Enzyklopädieartikel

Sonnwendfeiern, Feste, die in vorchristlicher Zeit besonders von Germanen, Kelten und Slawen zu Zeiten der Sonnenwende gefeiert wurden und die in Zusammenhang mit Sonnenkulten standen. Besondere Bedeutung hatten die Feste zur (vermeintlichen) Sommersonnenwende am 24. Juni (die astronomische Sommersonnwende, Solstitium, ist auf der Nordhalbkugel am 22. Juni, dem Sommeranfang). Von kirchlicher Seite bekämpfte man zunächst die Sonnwendfeiern, doch schon in frühchristlicher Zeit wurde das Geburtsfest Johannes’ des Täufers auf den Tag der Sommersonnenwende gelegt. Aus dieser Verschmelzung von Bräuchen entstand das Johannisfest, auch Johannistag oder Johannisnacht genannt, das am 24. Juni abgehalten wird. Dieses heute christliche Fest beginnt mit dem Johannis- oder Sonnwendfeuer am Vorabend des 24. Juni, indem zumeist auf hoch gelegenen Plätzen ein Holzstoß angezündet wird. Im Ablauf der Feierlichkeiten sind noch Anklänge an vorchristliche Riten anlässlich der Sonnenwende zu verzeichnen. So sind beispielsweise das Sonnwendfeuer, das Überspringen des Feuers oder das Rollen brennender Räder von Hügeln alte Fruchtbarkeits- und Reinigungsriten.

Auch der Zeitpunkt des Weihnachtsfestes am 25. Dezember ging aus einer Verschmelzung vorchristlicher Sonnwendfeiern und christlichem Kult hervor (die astronomische Wintersonnwende ist auf der Nordhalbkugel am 22. Dezember, dem Winteranfang). Die Symbolik des vorchristlichen germanischen Mittwinterfests (Jul), das den Sieg der Sonne über die Dunkelheit feiert, wurde auf Christus und das Weihnachtsfest übertragen: am 25. Dezember bricht nach christlichem Glauben mit der Geburt Christi das Weltenlicht an. Besondere vorchristliche Bräuche sind noch in Skandinavien und Norddeutschland erhalten (beispielsweise der Julblock, ein die ganze Weihnachtsnacht brennender großer Holzklotz).

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